Foto: Fabien Breuvart

SZ: Welche Menschen auf Ihren Fotos sind Ihnen im Gedächtnis geblieben?

Breuvart: Eine Frau namens Coumba Ba. Sie kam vor vier Jahren aus Mauritius nach Frankreich. Sie lebt bis heute von humanitärer Unterstützung. Als ihr Sohn im August starb und beerdigt wurde, konnte sie nicht nach Mauritius fliegen. Weil sie als Flüchtling nicht in ihr Land zurückkann. Oder Diallo Amadou: Er arbeitet seit sechs Jahren in Paris als Reinigungskraft. Seine Frau ist Französin. Er hat einen kleinen Sohn, Samba Diallo, der hier geboren wurde. Trotzdem waren seine beiden Versuche, als politischer Flüchtling eine Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen, vergebens.

SZ: Seit Monaten halten die Sans-papiers ein Pariser Gewerkschaftshaus besetzt. Wie sind die Zustände dort?

Breuvart: Es sind ganze Familien da. Mütter mit ihren kleinen Kindern. Diese Leute leben dort, sie kochen dort, und sie gehen von dort zur Arbeit. Sie hoffen auf ihre Papiere. Man braucht einflussreiche Fürsprecher, um eine Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen. Jeder andere wäre schon lange durchgedreht. Aber diese Menschen haben kein Problem damit, noch viel, viel länger dort auszuhalten.

Foto: Fabien Breuvart

22. September 2008, 11:01 2008-09-22 11:01:00