Hollywood-Schauspielerin Ellen Page: Ich wurde auf der Straße angespuckt

Ellen Page ist zu einer Kämpferin für die Rechte von Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen geworden.

(Foto: AP)

Seit ihrem Coming-out vor zwei Jahren erlebt die Schauspielerin, wie Homosexuelle im Alltag diskriminiert werden.

Von Laura Hertreiter

Es ist spät abends, als Ellen Page, 29 Jahre alt, anderthalb Meter groß, zum Interview in Berlin ankommt. Hinter den Fensterscheiben der Hotelbar fällt kalter Regen in die Dunkelheit. Da fühle sie sich gleich wie zu Hause, sagt die Schauspielerin aus Kanada. Dann nimmt sie das nasse Trucker-Cap ab, setzt sich in einen Sessel, Schneidersitz. "Let's talk about sex", sagt sie. "Ich hoffe, Sie haben Zeit."

Seit ihrem eigenen Coming-out vor zwei Jahren auf einer Menschenrechtskonferenz in Las Vegas setzt sich Ellen Page in der Öffentlichkeit für die Rechte von Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen ein. Privat erlebe sie seither die gleichen Anfeindungen wie unzählige Menschen überall auf der Welt, erzählt sie. "Ich weiß jetzt, wie es sich anfühlt, Hand in Hand mit meiner Freundin die Straße lang zu laufen und angespuckt zu werden. Wie es ist, wenn einem Fremde schreckliche Dinge hinterher brüllen."

Dennoch wolle sie sich nicht einen einzigen weiteren Tag verstecken. Heute dreht Ellen Page zahlreiche Filme zu LGBT-Themen, am 7. April kommt "Freeheld" in die Kinos. In dieser Verfilmung einer wahren Geschichte spielt Page die Partnerin einer krebskranken amerikanischen Polizistin, gespielt von Julianne Moore, beide kämpfen für ihre rechtliche Gleichstellung.

Page sagt, sie finde es gut, dass sie mehr Drehbücher für Filme über Homo- und Transsexuelle angeboten bekomme - "weil es bedeutet, dass es mehr solcher Filme geben wird. Deshalb ist es mir auch echt egal, falls mir jemand jetzt eine Rolle nicht anbietet, weil ich lesbisch bin".

Homosexualität

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