Hollywood Charlton Heston ist tot

Im Alter von 84 Jahren ist Hollywoodstar Charlton Heston in Beverly Hills gestorben. Für seine Rolle im Klassiker "Ben Hur" erhielt er 1959 den Oscar. Später machte er als Präsident der US-Waffenlobby Schlagzeilen.

Oscar-Gewinner Charlton Heston ist tot. Der Hollywood-Star, der sich neben seiner Schauspieler-Karriere für das Recht jedes Amerikaners auf Waffenbesitz stark machte, starb am Samstag in seinem Haus in Beverly Hills. Das berichtete die Los Angeles Times unter Berufung auf Familienangehörige. Ehefrau Lydia war an seiner Seite, hieß es.

Charlton Heston am 4. April 1960 mit seinem Oscar für "Ben Hur".

(Foto: Foto: AP)

Der an Alzheimer leidende Heston war 84 Jahre alt. 1957 glänzte er in dem Filmepos "Die Zehn Gebote" als Moses. Für seinen Judah in "Ben Hur" hatte er 1959 den Oscar als bester Hauptdarsteller bekommen. Zu den überragenden Gestalten, die Heston verkörperte, gehörten Michelangelo, El Cid und mehrere Staatschefs.

Als Shakespeare-Darsteller in Fernsehproduktionen begann 1949 seine Leinwand-Karriere. Den Durchbruch zum Kinostar schaffte er ein Jahr später mit der Hauptrolle in dem Thriller "Stadt im Dunkeln". Bevor Hollywood den Hünen mit dem trotzig-kantigen Kinn als Heroendarsteller für Monumentalfilme engagierte, mimte er in "Die größte Schau der Welt" einen Zirkusdirektor.

Auch in einer Reihe von Action- und Katastrophenfilmen bewährte sich Heston, zu dessen unvergesslichen Rollen die eines Astronauten in dem Science-Fiction- Klassiker "Planet der Affen" gehört. Heston drehte in seiner langen Hollywoodlaufbahn mehr als 100 Kino- und Fernsehfilme.

Auch außerhalb der Leinwand war er eine Führungspersönlichkeit: Er war Präsident der Schauspielergewerkschaft, Vorsitzender des Amerikanischen Filminstituts und demonstrierte mit der Bürgerrechtsbewegung in den 50er und 60er Jahren. An der Seite von Martin Luther King Jr. forderte Heston ein Ende der Rassendiskriminierung und gleiche Rechte für alle Amerikaner. Auch dafür wurde er 2003 mit der Freiheitsmedaille geehrt, dem höchsten zivilen Orden der USA. Mit fortschreitendem Alter wurde er jedoch konservativer.

Seit den 90er Jahren machte er vor allem als Fürsprecher von Amerikas Waffenlobby Schlagzeilen. Von 1998 bis 2003 war er Vorsitzender der National Rifle Association, der vier Millionen Mitglieder starken Organisation der US-Waffenbesitzer. Sein Einsatz für die Waffenlobby trug ihm bei Amerikas Linken die harsche Kritik ein, er sei mitverantwortlich für Massaker an Schulen. Auch Michael Moore rückte Heston mit seinem Oscar-gekrönten Dokumentarfilm "Bowling for Columbine" in diese Ecke. Ein Jahr bevor er das Amt aus gesundheitlichen Gründen niederlegte, gab Heston öffentlich bekannt, dass er an Alzheimer leide.