Hobbit-Film in Neuseeland Wir sollten nicht Hollywood die Schuld geben

Problematisch wird es, wenn der Special Effekt und die Illusion zum Selbstzweck werden, zur Flucht aus der Wirklichkeit, ja zur Denunziation der Wirklichkeit: Da gibt es diese andere, wundervolle Welt, in der das Gute siegt und es für alles eine Lösung gibt - komm mit! Vergiss die Realität mit ihren Brüchen und diesem furchtbaren Durcheinander von Gut und Böse!

Wir sollten nicht Hollywood die Schuld geben, zumindest nicht ganz. Das wäre, als würden wir die Hamburger-Kette für Fettleibigkeit verantwortlich zu machen. Denn es gibt immer noch die Verantwortung des Einzelnen. Also: Du hast Dich entschieden, Hobbit-Fan. Du bist es, der es nicht erwarten konnte, Geld zu zahlen, um in diese virtuelle Welt zu entkommen.

Wahrscheinlich würdest Du, wenn man Dich fragt, Neuseeland wunderbar finden: So grün, so sanfte Hügel und wilde Berge, plappernde Bäche und rauschende Wasserfälle. Dass hier Menschen leben, die dieses Idyll stören, wirst Du vielleicht zur Kenntnis nehmen, wirklich interessieren aber wird es Dich nicht.

Dafür kannst Du aber, wenn Du das dritte Mal im Kino warst, wahrscheinlich die merkwürdigen Namen jedes einzelnen der dreizehn scheußlichen kleinen Typen aufzählen. Glückwunsch. Nein, ich werde diesmal nicht ins Kino gehen.

Der Schriftsteller Alan Duff, 62, setzt sich in seiner Heimat Neuseeland für die Maori ein. Als Jugendlicher lebte er einige Zeit im Erziehungsheim. Bevor er Schriftsteller wurde, arbeitete er als Installateur. Übersetzung: Viktoria Großmann.