"Hobbit"-Dreh in Neuseeland Hobbit nach Hause telefonieren

Monatelanges Gezerre um den "Hobbit": Nun soll er doch in Neuseeland bleiben und nicht in Osteuropa gedreht werden - dank einer Gesetzesänderung und großzügiger Steuererleichterungen.

"Herzlich Willkommen in Neuseeland, dem Land der Hobbits, Elben Orks und Zwerge - entdecken sie Mittelerde" - mit solch blumigen Worten werben Reiseveranstalter gerne für den Inselstaat im Südpazifischen Ozean, seit hier zwischen 2001 und 2003 die Herr der-Ringe-Trilogie von Peter Jackson verfilmt wurde. Das Auenland, Heimat der friedliebenden Hobbits, und Mordor, Ort des Bösen, haben sich dadurch aus der Welt der Fantasie gelöst und wurden zu Orten, die jedermann bepilgern kann - wenn er sich denn nach Neuseeland begibt. Was der Wirtschaft des Inselstaates gut getan hat.

Sie hatten demonstriert - nun soll "Der Hobbit" doch in Neuseeland gedreht werden.

(Foto: dpa)

Umso größer der Aufschrei unter den Neuseeländern, als Peter Jackson nun drohte, den Dreh für den "Kleinen Hobbit", die Vorgeschichte zur Trilogie, nach Osteuropa zu verlagern. Die neuseeländische Schauspielergewerkschaft hatte ihm vorgeworfen, sich nicht an die üblichen Standards bei der Verpflichtung der Schauspieler zu halten. In Fantasy-Kostümen gingen daraufhin Tausende Neuseeländer auf die Straße. Und hatten offenbar Erfolg: Wie die Studios Warner Bros und New Line Cinema verkünden, sollen die Dreharbeiten wie geplant in vier Monaten in Neuseeland beginnen.

Selbst Ministerpräsident John Key hatte sich zwischenzeitlich eingeschaltet. Nach tagelangen Krisengesprächen zwischen Vertretern der Filmstudios und der neuseeländischen Regierung sollen nun den Studios großzügige Steuererleichterungen von 60 Millionen Dollar gewährt und eine Änderung der Arbeitsgesetzgebung eingeräumt werden. Eine Gesetzesvorlage, die vergangenen Donnerstag ins Parlament eingebracht wurde, soll es den Studios ermöglichen, Schauspieler lediglich als Vertragsarbeiter und nicht als Angestellte zu verpflichten.

Neuseeland will sich zudem an den Werbungskosten für die beiden Hobbit-Filme mit rund 7,5 Millionen Dollar beteiligen.

Ökonomen rechnen im Rahmen der Dreharbeiten mit Einnahmen von bis zu 1,5 Milliarden Dollar für die neuseeländische Wirtschaft - das wären fast zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes.