Herlinde-Koelbl-Ausstellung in Dresden Doppelporträt Sebastian Völz, Koch

Das Projekt der Fotokünstlerin Herlinde Koelbl, das im Dresdner Hygienemuseum zu sehen ist, nimmt der seit August Sander verstrichenen Zeit das Maß. "Kleider machen Leute" hat sie es genannt, ungefähr sechzig Porträts, teilweise in Lebensgröße. Der Titel zitiert alte ständische Erfahrung. Aber dass man an dieser Erfahrung heute irre werden muss, weiß Koelbl nur zu gut.

Aufschlussreich sind die Veränderungen, die sie gegenüber dem Konzept von Sander für nötig hielt. Sie hat sich, erstens, für die Form des Doppelporträts entschieden: Jede Person ist zweimal festgehalten, einmal in ihrer beruflichen Kleidung, ihrer "Uniform" im weiteren Sinn; und gleich daneben so, wie sie sich in ihrer Freizeit anzieht. Damit ist vorausgesetzt, dass jeder Mensch zwei Gesichter habe, ein professionelles und ein privates.

Bild: Herlinde Koelbl

8. Mai 2012, 12:21 2012-05-08 12:21:25

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