Eigentlich wäre jetzt Schweigen angebracht. Doch das Geschwurbel ums tote Axolotl der Plagiatorin Hegemann geht ungebremst weiter.
Nun drehen sie alle irgendwie durch: Die trendbesoffenen Kritiker, die sich sowohl als Kollektiv der Hochjazzer und mittlerweile auch als schlechte Verlierer erweisen. Ein Fräulein Hegemann, das von Intertextualität schwadroniert und dieses Wort kaum unfallfrei über die Zungenrampe bringt, geschweige denn: wüsste, was es bedeutet. Und die Leipziger Buchmesse, die eisern an einer Preis-Nominierung 2010 für Hegemann festhält, obwohl sie weiß, dass dann nicht Frau Hegemann ausgezeichnet würde, sondern der bis Montag dieser Woche nahezu unbekannte Blogger Airen.
Namensgeber für den Skandalroman: Ein nachtaktiver Schwanzlurch namens Axolotl. (© Foto: dpa)
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Denn von diesem hat Frau Hegemann die Koks- und Körpersaft-Delirien wohlwollend übernommen, vulgo: geklaut. Und zwar so wortwörtlich, wie man nur abschreiben kann. Die FAZ hat das dankenswerterweise Seite für Seite nachrecherchiert.
Man müsste eigentlich meinen, der Fall Hegemann, die Tatsache ihres offen eingestandenen Plagiats, bringt alle zur Vernunft oder wenigstens zum Schweigen. Pustekuchen!
Wie die Süddeutsche Zeitung (auch dankenswerterweise) abtelefoniert hat, geben sich viele der Kritikjazzer, gestandene Damen und Herren ehrwürdiger Feuilletons, die Blöße, nicht belehrbar sein zu wollen.
Schmerzbefreite Bewahrer
Es sind Kritikermenschen, die sonst wohlfeil über böse Raubkopierer und Internet-Piratenbuchten den Kopf schütteln und sowieso das Ende der Zivilisation, wie wir sie kennen, heraufbeschwören, nur, weil Madonna- und U2-Platten in Peer-to-Peer-Netzen kursieren. Es sind Geistesblitzer, die unsere Kultur den Bach runtergehen sehen, weil nichts Neues unter der Sonne entstehen kann, wenn man die Kreativen beklaut.
All die Kulturbesitzstandswahrer zeigen sich dann aber seltsam schmerzbefreit, wenn der Klau einmal andersherum verläuft, wenn also das Töchterchen eines bekannten Altkreativen einen namenlosen Blogger beklaut. Statt sich nun zu fragen, wie man sich so kollektiv an dieser Autorenlolita berauschen konnte, wie man sie zur Überfliegerin nicht nur ihrer, sondern aller lebenden Generationen überhaupt aufblasen und damit wegpusten konnte, als habe eine Literaturwunschmaschine einen Phantomzeichner bemüht, um sich das ideale Autorinnenküken zu basteln.
Die Selbstbefruchtung des deutschen Literaturbetriebs, mit der erst von Medium zu Medium Unfassbares kolportiert wird, solange, bis es schließlich auf Preislisten von Buchmessen landet, dieser gesamte Betrieb hat sich verhalten wie die Tennismutter im Sketch von Gerhard Polt: "Oliver, Oliver, pass auf, er spielt longline" hat sie gerufen, auch wenn der Zögling kaum weiß, wie man einen Tennisschläger halten muss und welche Spielregeln es zu beachten gilt. Auch bei Buchverkäufen und einer Autorenschaft, die ernst genommen werden will.
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"Berghain" von Helene Hegemann
http://www.youtube.com/watch?v=IxJxPntXK3o
"Gefährliches Halbwissen ermöglicht mir zumindest große Freude an Helene Hegemann und ihrem Schaffen und Auftreten."
Das war schon klar. Wer nur die Haelfte weiss (wenn ueberhaupt) der verwechselt eben eine Raubkopiererin schon mal mit einer Autorin und freut sich an deren "Schaffen und Auftreten".
Und wer nur die Haelfte weiss der haelt diese krude Ansammlung von S&M, Snuff und Kinderporn eben fuer Literatur.
Also ich bitte Sie. Sie versuchen hier mit großen Worten aufzutrumpfen und dann kommen Sie mit pubertären Ausflüchten. Es gibt eben verschiedene Arten von Ironie. Wenn Sie irgendetwas zur Diskussion beitragen würden, dann bitte, aber so? Das ist nichts als Widerspruchsgeist und der wird, das merken Sie vielleicht auch irgendwann, fad.
Sinn für Ironie ist im Präsidentenamt wohl fehl am Platz.
Bleiben sie doch bei ihren Verlogenheitsvorwürfen und den subtilen Theoriewerken, ich erbreche in der Zwischenzeit ein paar instrumentelle Rechtsstreite.
Everytime I fall flat on my face, I just pick myself up and get back in the race!
That`s Life!
Also, aufstehen, Dreck abwischen und nochmal drüber nachdenken:
( http://www.faz.net/s/Rub642140C3F55544DE8A27F0BD6A3C808C/Doc~E7C75D40E22EF4947928EC744910344C6~ATpl~Ecommon~Scontent.html )
Ab dem Moment wo man aber eben keine hochtrabende "Intertextualität" mehr ernsthaft vertreten kann, braucht es eine pramatische Lösung und die besteht eben darin, Kopierverbote aufrechtzuerhalten.
Das wird sich bestimmt nicht ändern. Ich persönlich halte das Ganze ja für einen Mediengag, der für die rechtliche Situation vollkommen irrelevant ist. Sollte dem nicht so sein, dann ist die Frau eben noch gut davongekommen. Beim nächsten Mal zieht das wahrscheinlich nicht mehr.
Paging