Haus der Kunst Himmel und Erbe

In der Causa Haus der Kunst streitet man über den angemessenen Umgang mit der deutschen Geschichte und den mit Architektur als eigenständiger Kunstform. Die einen setzen auf von außen sichtbare Brandmarkung und fordern weithin erkennbare Veränderungen an dem Bau, der bereits in den Sechzigern verändert worden ist. Dabei verschwand das Haus zur Stadt hin hinter einer Baumreihe. Die anderen halten derlei Political Correctness für überkommen. Für sie hat der Bau als solches Mahnmal-Charakter und wirkt zudem durch das, was im Inneren geschieht. Dort sorgt eine historische Galerie für eine kritisch-kreative Auseinandersetzung mit der Gründungsgeschichte, ein multikulturell agierender Direktor mit afrikanischen Wurzeln bestimmt die Inhalte aller Ausstellungen. Die Camouflage aus Blättergrün zu lüften, wie der britische Architekt David Chipperfield vorgeschlagen hat, müsste im Sinne der Sichtbarwerdung allen recht sein. Doch wer so simpel denkt, rechnet nicht mit Münchens Baumschützern. Und mit dem Budget, das Freistaat, Bund und private Spender in den Topf geworfen haben. Es wird kaum für die akut notwendige Restaurierung reichen. Für Großes, Visionäres von Chipperfield oder anderen bestimmt nicht.