Etwa 90 Minuten tagte der G+J-Aufsichtsrat in der Hamburger Zentrale. Dann stand fest: Bernd Buchholz, bisher Vorstand für Print- und Online-Marken, wird Nachfolger von Bernd Kundrun.
Gegen zehn Uhr begann der Aufsichtsrat des Verlages Gruner+ Jahr an diesem Dienstag mit seiner kurzfristig einberufenen Sitzung. Die zwölf Mitglieder, zu denen auch der für Politik und Wirtschaft zuständige Stern-Ressortleiter Lorenz Wolf-Doettinchem als Arbeitnehmervertreter zählt, mussten sich auf den Nachfolger von Bernd Kundrun einigen.
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Er kennt seinen Verlag: Bernd Buchholz ist neuer Vorstandschef bei Gruner+Jahr. (© Foto: dpa)
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Kundrun, 51, der G+J seit 2000 als Vorstandsvorsitzender führt, hat sich in den zurückliegenden Wochen und Monaten, lange vor Ablauf seines Vertrages 2010, mit Bertelsmann-Chef Hartmut Ostrowski zerstritten. Am 23. Dezember trat er bereits als Mitglied des Vorstandes der Bertelsmann AG zurück, die Mehrheitsgesellschafter von G+J ist (74,9 Prozent). Vor dem Jahreswechsel wechselten die unterschiedlichen Positionen der Unzufriedenheit.
Kundrun, so der Eindruck, kritisierte, dass Gruner + Jahr nicht mehr über ausreichende Investitionsmittel verfüge angesichts der Transferleistungen für den Mutterkonzern aus Gütersloh. Außerdem soll er keinen Rückhalt mehr gespürt haben. Ostrowski, 50, war - wie wohl auch der zweite G+J-Gesellschafter, die Familie Jahr (25,1 Prozent) - verärgert darüber, dass Kundrun unlängst mit dem Fernsehbetrieb Pro Sieben Sat 1 verhandelte - während im Verlag radikaler Stellenabbau betrieben wurde.
Etwa 90 Minuten tagte der G+J-Aufsichtsrat in der Hamburger Zentrale am Baumwall unter Leitung seines Vorsitzenden Ostrowski. Anschließend wurde das Resultat im Auditorium auf der zweiten Stockwerksebene wichtigen Führungskräften aus dem Zeitschriften-Unternehmen verkündet. Bernd Buchholz, bisher im G+J-Vorstand für Print- und Online-Marken zuständig, rückt "mit sofortiger Wirkung" an die Spitze.
Gegenkandidat war Torsten-Jörn Klein, 44, ebenfalls G+J-Vorstand ( G+J-International). Kundrun, ließ Gruner+Jahr offiziell erklären, habe sein Mandat "wegen unterschiedlicher Auffassungen über die zukünftige Strategie" niedergelegt. Die Trennung erfolge "in gegenseitigem Einvernehmen". Über die "Mitgliedschaft von Bernd Buchholz im Bertelsmann-Vorstand entscheiden die zuständigen Gremien zu einem späteren Zeitpunkt".
Im Auditorium sollen Buchholz und Ostrowski Beifall erhalten haben. Der Bertelsmann-Chef wünschte sich anspielungsreich, nicht so schnell wieder "hier stehen zu müssen". Ob Gruner+Jahr weiter mit Investitionen rechnen dürfe, wurde gefragt? Ostrowski habe das bejaht mit dem Hinweis, alle Investitionen, die in der Vergangenheit beantragt wurden, seien ja bewilligt worden.
Der 47-jährige Buchholz wird bei G+J als intelligenter, starker Manager eingestuft, und er genießt offensichtlich die Rückendeckung der Familie Jahr. Sie wünscht sich einerseits Einvernehmen mit Bertelsmann, andererseits einen starken Vertreter der eigenen Interessen gegenüber dem mächtigen Partner. Die Verlagsmannschaft stehe nun hinter Buchholz, sagte ein hochrangiger G+J-Manager am Dienstag. Buchholz solle den Umbau im Unternehmen, die Zusammenlegung der Wirtschaftstitel (Capital, Impulse, Börse Online, FTD), vorantreiben und abschließen. Die Stellenstreichungen (ca. 60) und Einstellungen (Park Avenue) werden nicht zurückgenommen.
Wer ist der Mann, der den 1965 gegründeten Traditionsverlag Gruner+Jahr (Stern, Geo), der mit 25,5 Prozent auch am Spiegel-Verlag verdient, durch die größte Medienkrise lenken soll? Buchholz, ein begabter Redner mit einem Hang zum lauten Ton, studierte in Berlin Jura, promovierte in Kiel und war von 1992 bis 1996 Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Landtagsfraktion in Schleswig-Holstein.
Einen Namen machte er sich 1995 als Vizevorsitzender und harter Ermittler im Untersuchungsausschuss "Schubladen-Affäre" des Kieler Landtages. Der sollte die Hintergründe der Geldzahlungen des ehemaligen SPD-Landesvorsitzenden Günther Jansen an Reiner Pfeiffer 1988 und 1989 klären, warf jedoch neue Fragen zur Barschel-Affäre auf, vor allem die, wieviel Barschel von der Bespitzelung des SPD-Konkurrenten Björn Engholm wirklich wusste.
Buchholz kam 1996 als Vorstandsassistent zu G+J. Er habe, so schätzen es die ein, die ihn kennen, viel aus der Politik über Strategie und Taktik behalten, müsse allerdings lernen, Ziele eleganter durchzusetzen. Sein Vorgänger Bernd Kundrun verlässt Bertelsmann nach 25 Jahren und einer insgesamt erfolgreichen Zeit bei Gruner+Jahr. Kundrun will wohl eine Stiftung gründen und soziale Projekte unterstützen. Ein stilvoller Übergang.
(SZ vom 07.01.2009)
Voreiliges Buch "Der Pott ist dahoam"
Welche Rolle die Nordelbische Kirche mit dem System von IM "Sekretär" und den Stasioperationen gegen Barschel spielt, wurde vornehm von Buchholz und seinem PUA Vorsitzenden Hans Werner Arens in der großen Schublade versteckt gehalten. War es doch der spätere Sprecher der NEK Okke Peters, Engholm und Pfeiffer Vertrauter, der Seit an Seit mit den Konspirateuren gegen Barschel operierte.
Peters begleitete Pfeiffer in der verhängnisvollen Zeit zu Barschels Tod in (angeblich) Portugal. Die Frage, ob Peters, Engholm, Pfeiffer und Gerd Postel mit dem Mord in Genf zu tun haben, spielte im PUA eine Rolle. Nicht vorgeladen und befragt wurde im PUA Günter Grass, der immerhin für Engholm über die Kunsthalle Kiel das Gemeinschaftsalibi stellte.
Bei Norbert Gansel in Meimersdorf fand dann mit Grass, Engholm & Co. das "Warten auf den Nikkkolaus" statt, wo in trauter Runde die ersten Meldungen über Barschels Tod mit Spannung erwartet wurden.
Auch das kam im PUA nicht zur Sprache.
Was also nützt die vom STERN lancierte Schubladenlegende dem Stern und jetzt Buchholz selbst, wenn darin nicht der Zentralschlüssel ins Flugattentat bis zum Mord in Genf liegt?
Buchholz wird Farbe zu bekennen haben! Jetzt allerdings auch der Bertelsmann Chef Ostrowski - nicht etwa der Mossad Agent Victor Ostrowski, der angeblich auch Hintergründe in der Barschel Affäre kennen will, ein Buch darüber geschrieben hat, und genau wie Geldkoffer Schneider in Kanada sitzt.
Was nun die Herren Ostrowski und Buchholz?!
Hier offenbart sich eine interne Not die kein besonnenes Handeln ermöglicht.
Insider kennen derartige Rituale und dürfen ruhig das abwarten was sich im Hause G+J unter dem Stern der Barschel-Affäre zu einer Initialladung zusammenbraut.
Dass Buchholz vom Chefsessel geträumt hat ist klar, jedoch kommt dieser blitzschnelle Zug zur Umsetzung, sicher daher, dass plötzlich keiner der anderen Vier Nominanten mehr bereit ist, sich auf diesen Schleudersitz zu begeben. Noch vor einigen Tagen galt Buchholz immerhin als abgeschlagen.
Richtet man sich jetzt bereits auf die Zeit nach Buchholz ein? Diese Lesart scheint wahrscheinlich, doch unklug ist es allemal, sich auf diesen schmalen Pfad begeben zu haben, als selbst in die Offensive zu gehen um mit Buchholz als Bauern den König zu schützen.
Nun, da der Bauer zum König gekrönt wurde, ist dieser zur finalen Zielperson geworden.
Die KIELER-AFFÄREN mit Flugattentat, Eklat, Mord in Genf und Engholerpressung mit dem STERN und unter Buchholz im PUA, werden um ein zentrales Kapitel erweitert werden müssen!
Schlagzeilenträchtiger als die Hitler-Tagebücher wird es allemal und die Tagebuch-Affäre liest sich dagegen sicher wie Lene und Lieschen oder Siegesmund und Waldemar...
It's windy
when my memory
outshines in
a rapid pathway,
with the sound
of a care
and a loving
profile.
Francesco Sinibaldi