SZ: Es geht in dem Film um eine schöne, von Barbara Auer gespielte verheiratete Frau, Lena, die einmal im Jahr für vier Wochen alleine in die Toskana fährt. Tatsächlich verbringt sie den Monat mit Henry. Als Lena verunglückt, folgt der Ehemann, gespielt von Burghart Klaußner, ihren Spuren - und trifft auf einen Blinden.
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George: Die Geschichte ist vielleicht weit hergeholt, aber sie ist wunderbar geschrieben. Es gibt keine dramaturgischen Eselsbrücken. Es stimmt alles.
SZ: Die erste Leseprobe soll in Ihrer Hamburger Wohnung stattgefunden haben.
George: Burghart Klaußner klopfte an die Tür. Er dachte, er wäre zum Büro der Produktionsfirma bestellt worden. Ich mache also auf, und er guckt mich an. Wir hatten vorher noch nie zusammen gedreht, und er fragt: Was mache ich jetzt hier? Ich sage: Sie sind jetzt bei mir. Er sagt: Das ist mir aber unangenehm. Ich: Wir haben jetzt Leseprobe. Und er: Ach so. Das wird ja heiter.
SZ: Regie führte Jobst Christian Oetzmann, der auch das Hörspiel inszeniert hat. Hat sich Ihre Interpretation Henrys von der Hörspielversion sehr unterschieden?
George: Ich lerne alle meine Rollen laut. Über dieses laute Lesen reflektiere ich am besten und wusste, wie zynisch, wie lustig und bösartig dieser Henry ist. Klaußner ist in der Rolle evangelischer Pfarrer und dabei eher der wortkargere - hat er wunderbar gespielt. Ich lese das und weiß, wie ich das spielen muss. Ich habe Oetzmann gesagt: Henry ist einer, der redet wie ein Maschinengewehr, um alles loszukriegen, bevor er Selbstmord macht.
SZ: Es gibt Schauspieler, die sich sehr mit der realistischen Ausgestaltung ihrer Rolle beschäftigen, die wochenlang im Blindenheim gearbeitet, studiert hätten.
George: Ich war auch einen Tag in der Blindenschule. Aber es gibt Kopfschauspieler, und ich bin ein klarer Bauchschauspieler. Das verfeinert sich dann beim Drehen.
SZ: Unter Wettkampfbedingungen?
George: Da kommt noch mal ein kleiner Turbozusatz, wenn die Kollegen dazukommen. Ich bin in der Dekoration und kapiere, was ich da spiele.
SZ: Beim Fernsehpreis wurden Sie in diesem Jahr für Ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Ehre oder Last?
George: Ich musste vier Stunden warten, bis Nico Hofmann seine wunderbare Laudatio halten konnte. Ich wusste gar nicht mehr, wie ich sitzen sollte. Ich begreife nicht, wie Leute bei einer Veranstaltung so lange auf ein Abendessen warten können.
SZ: Sie werden im kommenden Sommer 70, worauf blicken Sie zurück?
George: Worauf soll ich denn zurückblicken?
SZ: Auf Ihr Leben, Ihre Karriere vielleicht?
George: Das geht alles so schnell vorbei. Ich weiß doch schon jetzt nicht mehr, was ich gestern in mein Tagebuch geschrieben habe. Das hat nichts mit Alzheimer zu tun. Das ist extrem, wie die Tage und Wochen vorbeirasen. Wichtig ist, dass ich gut gelebt habe.
SZ: Seit wann führen Sie Tagebuch?
George: Seit 30 Jahren. Das ist natürlich eine Hilfe, wenn man sich erinnern möchte. Ich schreibe nicht, um mich auszubeuten. Die Bücher werden irgendwann vernichtet.
SZ: 2008 wird eine Biographie "Götz George" erscheinen.
George: Der Autor, Torsten Körner, weiß viel mehr über mich als ich selbst. Der gibt mir ein neues Leben. Ich werde das lesen, und mehr will ich dann auch über mich nicht wissen.
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- Götz Georges "Tatort"-Kritik Da lachen ja die Mörder 12.04.2007
- Staralbum (73) Götz George 12.04.2001
(SZ vom 27.11.2007/ihe)
Wettmanipulation im Fußball
Über den Herrn George gibt es zu viele unerfreuliche Nachrichten, Gerüchte und Meinungen. Ein bekannter Schauspieler hat ihn mir gegenüber als eingebildet und arrogant beschrieben, und Stimmen dieser Art hört man einige (natürlich nicht offen). Auch sein Verhalten in der Öffentlichkeit, zum Beispiel bei Wetten Dass, wo er als aufgeblasener Großschauspieler den Gottschalk zusammenschiss, deutet darauf hin, dass ihn sein Erfog zu einem Kotzbrocken hat werden lassen.
Das alles könnte man noch wegstecken, wenn es sich bei Herrn George um einen vielseitigen Schauspieler von Format handeln würde (wie Mario Adorf). Leider ist das aber nicht der Fall, denn George nudelt seit Jahrzehnten immer nur dieselbe Rolle runter. Als Schimanski war er gut besetzt, aber da hatte er mit Feik auch einen erstklassigen Konterpart, der seine eigene Rolle erheblich aufgewertet hat.
Und wenn bei Schimanski das typisch Kotzbrockige von George durch seinen Milieu-Charme erträglich war, ist in späteren Rollen leider nur noch das Kotzbrockige, das abstoßend Kraftmeierische übriggeblieben. Götz hätte in den letzten 45 Jahren als jugendlicher Kraftprotz Karl-May-Filme drehen sollen, statt uns mit seinen Großschauspieler-Ambitionen zu belästigen.
@sunshine0901: Also, meine Freundin ist 22 und ich bin 46. Ich weiss eigentlich stets was ich mit ihr anfangen kann...lol...ich hab sie gerade mal gefragt, sie weiss eigentlich auch immer mit mir was anzufangen...
@Keine Melodie: Vielen Dank fuer den Kommentar. Schliesse mich Ihrer Meinung voll und ganz an.
Vor ein paar Jahren durfte Herr George mal im Spiegel anläßlich eines Drehs in Südafrika schwadronieren, daß das deutsche Volk und speziell die einkommensschwächeren Gruppen doch nur Jammerer seien und sich ein Beispiel am einfachen Volke Südafrikas nehmen sollten, welches sich in seinen Augen in den bescheideneren Lebensumständen doch so wohlzufühlen scheint.
Kaum verwunderlich, daß fast alle entsprechenden Beiträge, die die Haltung Georges deutlich kritisierten (nicht umsonst liegt Südafrika ganz vorn, wenn es z.B. um Kriminalität und HIV-Erkrankungen geht), aus dem SPON verschwunden sind und der Artikel selbst recht schnell in den bezahlpflichtigen Bereich verschoben wurde.
Seitdem befinde ich mich stets in einer Zwickmühle...einerseits schätze ich Georges Leistungen als Schauspieler, andererseits ist mir nun bewußt, daß er ein ziemlicher Hohlschwätzer ist. Gut, da ist er wenigstens nicht allein, denkt man an ähnlich "bodenständige" Charaktere wie u.a. den Westernhagen, der allerdings zu Recht in die Riege der weitestgehend Vergessenen abgestiegen ist.
Ich dachte G.G. sein von Rosa von Praunheim geoutet worden. Es gab viel Krach. Letzten Endes aber habe er sich nicht zu seinem Privatleben äußern wollen.
Was stimmt denn jetzt?
Ich hoffe, dass der Kommentar nicht gelöscht wird. Es soll hiermit nicht deffamiert werden.
Hallo Robert Ostermeier,
wenn Sie die Verleihung des Ehrenpreises an Herrn George gesehen hätten,
wäre Ihnen auch nicht die Frau an seiner Seite - sehr attraktiv und und so
zwischen 55 und 60 nicht entgangen. Was sollte ein Mann wie Herr George mit
einer 20 bis 30jährigen anfangen???
Es ist übrigens neben Mario Adorf einer der besten Schauspieler seiner Zeit und auch
noch neuerer Zeit - ich freue mich auf Mittwoch.
vielen Dank Herr George für die vielen schönen und interessanten Stunden "mit Ihnen".
Paging