Für Männer in seinem Alter blieben nicht mehr viele Rollen außer dem blinden Klavierlehrer. Götz George spricht über den "Novembermann" und wie wichtig es ist, gut gelebt zu haben.
Der Schauspieler Götz George, 69, lebt auf Sardinien, in Berlin und Hamburg. Im September erhielt er für sein Lebenswerk den Ehrenpreis des Deutschen Fernsehpreises. Populär wurde George als Duisburger TV-Kommissar Horst Schimanski, heute steht er für eindringlichere Rollen wie den blinden Klavierlehrer in dem Liebesfilm Der Novembermann (Mittwoch, ARD, 20.15 Uhr).
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Götz George bei Dreharbeiten im Oktober 2007. (© Foto: ap)
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SZ: Herr George, Sie haben den Novembermann gewissermaßen zum Westdeutschen Rundfunk getragen. Das ist nicht der gewöhnliche Weg.
Götz George: Das Buch lag zwei Jahre bei mir. Ich habe so ein System. Nach einem halben Jahr schaue ich, was sich angesammelt hat an Stoffen. Wenn der Berg die Höhe eines Meters überschritten hat, rutscht er ab, weil die Drehbücher heute in Kunststoff eingefasst sind. Und dann muss ich aussortieren: Was kann ich wegschmeißen, und was ist noch offen. Der Novembermann war noch offen.
SZ: Und Gebhard Henke, der Fernsehspielchef des WDR, hat sofort zugesagt?
George: Der WDR ist ja mein Haussender, und die sagten: Machen wir.
SZ: Der Autor hat die Geschichte zunächst fürs Radio geschrieben. Vielleicht schreckte die Hörspiel-Vorlage ab?
George: Ich weiß nicht, warum die Bücher immer auf die lange Bank geschoben werden. Das ist so, als ob da eine künstliche Verstopfung vorliegt. Henke sagte mir damals: Toll, dass du mich überzeugt hast.
SZ: Sie genießen offenbar Privilegien.
George: Es hat wahrscheinlich mit meinem Alter zu tun, dass ich bei den Herren anklopfen darf. Ich habe ihnen ja auch nie Schlechtes angeboten.
SZ: Hat Sie an der Rolle des Novembermannes gereizt, dass er blind ist?
George: Nee. Zuerst einmal muss ich doch Rollen finden, die meinem Alter entsprechen. So viel gibt's für uns Herrschaften ja nicht.
SZ: Sie trugen dunkle Kontaktlinsen und waren damit blind. Hat Ihnen das geholfen?
George: Ich habe viele Kollegen gesehen, die Blinde gespielt haben, und die meisten hatten nur aufgerissene Augen und einen weißen Stock. Blinde zu spielen, ist ja Mode geworden.
SZ: Es hat Ihnen folglich geholfen, nichts zu sehen?
George: In meinem Fall war das wichtig. Der Henry, so heißt er, ist zwar blind, aber auch aufsässig. Er ist lustig, musisch, da passiert was. Ich wollte wissen, was der Typ für einen Schaden hat. Und dann sah ich natürlich die Insel nicht mehr, Sylt, auf die ich mich gefreut hatte. Die anderen schwärmten von den Sonnenuntergängen, und ich sah schwarze Schatten.
Auf der nächsten Seite erzählt George von seinem Tagebuch.
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Alexander Kluge, der intellektuelle Schattenspieler des deutschen Kinos und der deutschen Literatur, wird achtzig. Jetzt lesen ...
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- Staralbum (73) Götz George 12.04.2001
Entspannter Vierbeiner
Über den Herrn George gibt es zu viele unerfreuliche Nachrichten, Gerüchte und Meinungen. Ein bekannter Schauspieler hat ihn mir gegenüber als eingebildet und arrogant beschrieben, und Stimmen dieser Art hört man einige (natürlich nicht offen). Auch sein Verhalten in der Öffentlichkeit, zum Beispiel bei Wetten Dass, wo er als aufgeblasener Großschauspieler den Gottschalk zusammenschiss, deutet darauf hin, dass ihn sein Erfog zu einem Kotzbrocken hat werden lassen.
Das alles könnte man noch wegstecken, wenn es sich bei Herrn George um einen vielseitigen Schauspieler von Format handeln würde (wie Mario Adorf). Leider ist das aber nicht der Fall, denn George nudelt seit Jahrzehnten immer nur dieselbe Rolle runter. Als Schimanski war er gut besetzt, aber da hatte er mit Feik auch einen erstklassigen Konterpart, der seine eigene Rolle erheblich aufgewertet hat.
Und wenn bei Schimanski das typisch Kotzbrockige von George durch seinen Milieu-Charme erträglich war, ist in späteren Rollen leider nur noch das Kotzbrockige, das abstoßend Kraftmeierische übriggeblieben. Götz hätte in den letzten 45 Jahren als jugendlicher Kraftprotz Karl-May-Filme drehen sollen, statt uns mit seinen Großschauspieler-Ambitionen zu belästigen.
@sunshine0901: Also, meine Freundin ist 22 und ich bin 46. Ich weiss eigentlich stets was ich mit ihr anfangen kann...lol...ich hab sie gerade mal gefragt, sie weiss eigentlich auch immer mit mir was anzufangen...
@Keine Melodie: Vielen Dank fuer den Kommentar. Schliesse mich Ihrer Meinung voll und ganz an.
Vor ein paar Jahren durfte Herr George mal im Spiegel anläßlich eines Drehs in Südafrika schwadronieren, daß das deutsche Volk und speziell die einkommensschwächeren Gruppen doch nur Jammerer seien und sich ein Beispiel am einfachen Volke Südafrikas nehmen sollten, welches sich in seinen Augen in den bescheideneren Lebensumständen doch so wohlzufühlen scheint.
Kaum verwunderlich, daß fast alle entsprechenden Beiträge, die die Haltung Georges deutlich kritisierten (nicht umsonst liegt Südafrika ganz vorn, wenn es z.B. um Kriminalität und HIV-Erkrankungen geht), aus dem SPON verschwunden sind und der Artikel selbst recht schnell in den bezahlpflichtigen Bereich verschoben wurde.
Seitdem befinde ich mich stets in einer Zwickmühle...einerseits schätze ich Georges Leistungen als Schauspieler, andererseits ist mir nun bewußt, daß er ein ziemlicher Hohlschwätzer ist. Gut, da ist er wenigstens nicht allein, denkt man an ähnlich "bodenständige" Charaktere wie u.a. den Westernhagen, der allerdings zu Recht in die Riege der weitestgehend Vergessenen abgestiegen ist.
Ich dachte G.G. sein von Rosa von Praunheim geoutet worden. Es gab viel Krach. Letzten Endes aber habe er sich nicht zu seinem Privatleben äußern wollen.
Was stimmt denn jetzt?
Ich hoffe, dass der Kommentar nicht gelöscht wird. Es soll hiermit nicht deffamiert werden.
Hallo Robert Ostermeier,
wenn Sie die Verleihung des Ehrenpreises an Herrn George gesehen hätten,
wäre Ihnen auch nicht die Frau an seiner Seite - sehr attraktiv und und so
zwischen 55 und 60 nicht entgangen. Was sollte ein Mann wie Herr George mit
einer 20 bis 30jährigen anfangen???
Es ist übrigens neben Mario Adorf einer der besten Schauspieler seiner Zeit und auch
noch neuerer Zeit - ich freue mich auf Mittwoch.
vielen Dank Herr George für die vielen schönen und interessanten Stunden "mit Ihnen".
Paging