Mit der Eingliederung des Kulturapparats in einige Länder-Staatskanzleien sollte die Kultur gestärkt werden. Doch stattdessen wurde sie ohne eigenes Ministerium entwertet, wie der Kulturrat nun moniert.
Die Anbindung des Kulturbereichs in den Staatskanzleien ist nach Ansicht des Deutschen Kulturrates gescheitert. "Diese in Mode gekommene Integration der Kulturabteilungen in die Staatskanzleien der Länder ohne eigenes Ministerium ist eine deutliche Schwächung der Kultur", betonte die Spitzenorganisation der Bundeskulturverbände am Dienstag in einer Presseerklärung. Das "Experiment "Kultur ist Chefsache"" sei daher gescheitert, so der Kulturrat.
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Anfangs hochmotiviert in den Startlöchern - 2011 gibt Klaus Wowereit das Kulturressort nun doch wieder ab. (© Foto: ddp)
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Die Organisation begrüßte in diesem Zusammenhang die Ankündigung des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Klaus Wowereit (SPD), das bei ihm angesiedelte Kulturressort nach der nächsten Wahl 2011 wieder abzugeben. "Doch warum will Klaus Wowereit den richtigen Schritt für die Kultur erst nach der Wahl im Jahr 2011 gehen?"
Die Länder Schleswig-Holstein (2005), Nordrhein-Westfalen (2005), Berlin (2006) und Bremen (2007) hatten ihr Kulturressort der Staats- bzw. Senatskanzlei eingegliedert und damit darauf verzichtet, die Kultur in einem Ministerium anzusiedeln.
Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte dazu, die Ansiedlung der Kultur in den Staatskanzleien der Länder sei ein Fehler, "weil ein Ministerpräsident oder Regierender Bürgermeister auch bei bestem Willen nicht quasi nebenbei auch noch ein guter Kulturminister sein kann".
Kultur gehöre zu den Kernaufgaben der Länder und müsse dementsprechend in den jeweiligen Landesregierungen verankert sein.
(sueddeutsche.de/dpa/jb/pak)
...bei dem Gedanken, wie selbstverständlich Ministerpräsidenten oder regierende Bürgermeister davon ausgehen, Kulturexperten zu sein.