Irgendwann, als der "Struwwelpeter" eine internationale Berühmtheit geworden war und zahllose Parodien, Verwandlungen und Anti-Struwwelpeter nach sich gezogen hatte, kam die Legende auf, der Arzt Heinrich Hoffmann habe die Pädagogik seiner Zeit in Verse und Bilder gefasst. Aber man darf ihm schon glauben, was er 1871 in der "Gartenlaube" erzählte: dass der "Struwwelpeter", in der Urfassung ein Weihnachtsgeschenk für seinen dreijährigen Sohn Carl, aus dem Unbehagen an der zeitgenössischen Kinderliteratur hervorging. Die war dem Humoristen Hoffmann schlicht zu trocken.

Foto: "Der Anti-Struwwelpeter"/ Diogenes

13. Juni 2009, 09:04 2009-06-13 09:04:00