Mehmet Scholl, einst Star des FC Bayern München, arbeitet künftig bei großen Fußballspielen als Moderator für die ARD. Start: am Freitag beim Spiel der Bayern.
Nach ganz unten aufs Gras, dorthin, wo seine früheren Kollegen vom FC Bayern München an diesem Freitag im ersten Bundesligaspiel der Saison 2008/2009 auf den Hamburger SV treffen, wollte Mehmet Scholl nicht.
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Mehmet Scholl unterstützt Gerhard Delling künftig in der ARD. (© Foto: dpa)
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Da unterscheidet er sich von Franz Beckenbauer, der nie Probleme hatte, sich als TV-Experte unter die Fußballer und Manager aus seinem Verein zu mischen. Scholl, 37, wird ganz oben stehen, unterm Dach der Allianz Arena in einem gläsernen Studio, und sein Partner wird Gerhard Delling sein.
Gewöhnlich harmoniert Delling mit seinem Stammpartner Günter Netzer, allerdings nur bei Auftritten der deutschen Nationalmannschaft. Mehmet Scholl wird nach SZ-Informationen demnächst einen Vertrag mit der ARD schließen, der ihn bis einschließlich Juli 2010, also einschließlich des WM-Turniers in Südafrika, an die öffentlich-rechtliche Anstalt bindet.
Scholl soll der ARD als Fußballfachmann für die Bundesliga, den DFB-Pokal und auch für Qualifikationsspiele zur Champions League zu Verfügung stehen, sofern die ARD die Rechte kauft - wie gerade im Fall von Schalke 04. Das Erste wird in zwei Wochen das Qualifikationsrückspiel der Schalker bei Atletico Madrid übertragen - mit Mehmet Scholl als dem Experten auch für den spanischen Fußball.
Bei der EM im Juni war Scholl erstmals für die ARD im Einsatz (an der Seite von Moderator Reinhold Beckmann). Als Fußballer war er ein wunderbarer Techniker mit einem Reichtum an Finesse und Spielwitz. Als Experte ist er kompetent, ausdrucksfähig, vor allem wortwitzig - wenn man ihn lässt. Und er hat gute Berater. Einer ist Fred Kogel.
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(sueddeutsche.de/jja)
Partyzone Flußufer
Schon überwätligend, wie einige hier das GEZ-System sehen.
auch ich bin GEZ-Zahler, vermutlich ein sehr seichter, denn prinzipiell freue ich mich über Fussball-Übertragungen. Und die intellektuelle Elite wird mir garantiert absprechen, dass Fussball mit dem ÖR-Bildungsauftrag, der die GEZ begründet, nichts zu tun hat. Schön.
Ich frage mal allgemeiner: wie sollte ein Bildungsautrag erfüllendes ÖR-TV aussehen? Ich vermute, dass ich auf diese Frage an die 1000 verschiedene Aussagen erhalten könnte. Denn Geschmäcker sind verschieden. Wer hat nun Recht? Alle? Keiner?
Auch ich überweise die GEZ und will dafür gefälligst Fussball sehen. Denn das interessiert mich mehr als die Volksmusikstadel. Ich weiss aber sehr wohl, dass es Volksmusikfans gibt, die aus ihrer GEZ-Zahlung ein Recht auf Volksmusik begründen.
Jeder, der einen Funken Grips hat, weiss, dass seine GEZ-Zahlung ihm eben KEIN Recht darauf gibt, mitzureden, wen die ÖR-Sender einstellen, was sie übertragen usw. Ein kleiner überspitzter Vergleich: ich bin 32 Jahre alt, zahle Steuern und frage mich, warum mein Steuerbeitrag u.a. Rentner durchfüttert. Ist das fair?
Noch ein Beispiel: ich zahle Steuern, gehe wählen, aber der Minister XY, den Merkel im Auftrag des Bundsesbürgers - als in meinem Auftrag - berief, der passt mir überhaupt nicht. Genauso wenig, wie euch Mehmet Scholl im TV passt. Also? Was tun?
Mein Beitrag enthielt genau Deine Bedenken bezüglich des durchschnittlichen "Experten".
Nur deshalb habe ich zu Scholl etwas gepostet.
Den halte ich nun mal für einen Glücks- und Ausnahmefall, weil er bewiesen hat, dass er eine eigene Meinung hat und auch auf gute Art äußert.
Ich denke, das er sein Salär auch abarbeitet und Fussballübertragungen bereichert.
Ich bekenne mich gern dazu, dass ich zu den Miesmachern gehöre, die das "Experten"-Unwesen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen für reine Gebührenverschwendung halten. Insiderwissen? Müdes Gelächter: Die Damen und Herren Experten plappern nach, was die hauptberuflichen Kommentatoren von sich geben. Und die fühlen sich dann durch die "Expertenmeinung" bestätigt. Oder es läuft so wie aktuell bei den Olympischen Spielen. Da darf der ARD-Doping-Spezialist Hajo Seppelt sich in einem Beitrag Gedanken über die Leistungsexplosion der Schwimmer machen. Durch diesen Beitrag mutig geworden, deutet auch der Schwimm-Kommentator an, dass es eventuell Doping geben könne. Und dann kommt "Expertin" Franziska von Almsick und salbadert über die tollen Anzüge der Schwimmer. Und das alles für unsere Gebühren. Was könnte man für dieses Geld alles an tatsächlich journalistischen Beiträgen produzieren - richtiges Qualitätsfernsehen wäre möglich, wenn das dünne, aber teure Gewäsch der so genannten Experten samt der Kommentatoren weggelassen würde. Überlasst doch die teuren Sportrechte dem Pay-TV. Wer dann das Geschwätz hören will, soll dafür zahlen. Und die öffentlich-rechtlichen Anstalten könnten dann endlich das machen, was ihr Auftrag ist: Seriöse Information liefern.
Ich bin zwar Blauer, aber von der Idee mit dem Scholli als Experte und Übertragungsaufpepper ganz begeistert.
Er ist einfach ein Typ, der auf und neben dem Platz authentisch ist.
Den Miesmachern, die um ihre GEZ-Gebühren weinen, sei empfohlen, über Tour de France und Olympia nachzudenken, wer da aller wochenlang unterwegs ist und wie der sportliche und journalistische Wert einzuschätzen ist.
Wer Spitzenfussball unter verschiedenen Trainern und neben verschiedenen Stars gespielt hat, sowie mehrere Spielsysteme verinnerlichen musste, hat auch Ahnung vom Fussball.
Ich freue mich auf alle Fälle.
Einmal Löwe immer Löwe.
toll, der experte des grauens.
Paging