Von M.-F. Serrao, C. Busse und C. Keil

Eine schwierige Partnerwahl: IP-TV hat sich in Deutschland bisher nicht durchgesetzt. Mit ihren Fußball-Rechten will die Telekom das ändern.

Die schöne neue Welt der Deutschen Telekom - sie macht den Kunden zum Herrscher. "Sehen Sie, was Sie sehen wollen", wirbt das Unternehmen auf der T-Home-Seite und verspricht: "Der Wunschfilm war gestern, heute erleben Sie maßgeschneidertes Fernsehen in einer neuen Dimension."

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Sehen auch sie bald nach Telekom aus? Raffael von Hertha BSC Berlin und Alexandros Tziolis vom SV Werder Bremen. (© Foto: Getty)

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Zur Maßschneiderei des Telekommunikationskonzerns zählt seit 2006 auch die Fußball-Bundesliga. Für geschätzte 50 Millionen Euro im Jahr kaufte sich die Telekom die erstmals angebotenen IP-TV-Rechte. Mit den Übertragungen von der nationalen Meisterschaft sollte Triple Play angeschoben werden. Triple Play vereint Telefon, Internet und Fernsehen. Die damals neue Breitbandtechnologie VDSL ermöglichte und ermöglicht das Zusammenspiel.

Im bislang letzten Ausschreibungsverfahren vergangenen November verlängerte die Telekom die Partnerschaft mit der Deutschen Fußball Liga (DFL), soll aber deutlich weniger investieren als bislang: angeblich um 35 Millionen Euro. Bis Sommer 2013 können alle Spiele der ersten und zweiten Bundesliga weiterhin bei T-Home Entertain bestellt und angeschaut werden - sofern man sich mit der entsprechenden Empfangstechnik ausrüstet.

Die genaue Zahl der Fußball-Abonnenten gibt die Telekom nicht bekannt. Die Gesamtzahl der T-Entertain-Kunden betrug Ende 2008 eine halbe Million. Ende dieses Jahres sollen es eine Million sein. "Das Ziel ist realistisch", behauptet der Konzernsprecher, was man trotzdem auch anzweifeln darf.

Die neue Dimension ist immer noch mehr als nur ein paar flinke Mausklicks entfernt. In einer kleingedruckten Legende heißt es, bezogen auf das Fußballprogramm, unter Punkt 10: "Sie erhalten die Bundesliga auf Premiere powered by T-Home für 9,95 Euro/Monat. Voraussetzung für die Nutzung von Bundesliga auf Premiere powered by T-Home ist die Buchung und Bereitstellung eines Entertain Pakets, weitere Kosten siehe Fußnote 1-3."

Am Ende bezahlt offenbar jeder, der sämtliche Bundesligaspiele sehen möchte, mehr als 70 Euro. Doch wer bietet da eigentlich was an? Geschätzte 20 Millionen Euro soll Premiere von der Telekom pro Saison kassiert haben. Die Senderplattform aus München leitete dafür ihre eigene redaktionelle Leistung, die Ausstrahlung sämtlicher Partien, einfach nur durch. Die Telekom besitzt keine eigene TV-Lizenz und darf als ehemaliges Staatsunternehmen keine beantragen, ist also auf Dritte angewiesen.

Abgesehen von technischen und mit der Handhabung verbundenen Schwierigkeiten, IP-TV neben dem klassischen Fernsehen zu etablieren, hat es die Telekom auch deshalb bis heute nicht geschafft, als Fußballprogrammanbieter im Markt durchzudringen. Die meisten nehmen den in Bonn ansässigen Konzern als Sponsor der DFL wahr.

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