Frühjahrsauktionen bei Sotheby's Zum Einstieg ein Plus von 1000 Prozent

Gerhard Richter, "Domplatz, Mailand", 1968

(Foto: Sotheby's)

Der Kunstmarkt lotet seit Jahren seine Grenzen aus, doch dann klettern die Preise immer noch höher. Bei der diesjährigen Frühjahrsauktion von Sotheby's wird etwa ein Bild von Gerhard Richter angeboten, das seit seinem letzten Verkauf vor 15 Jahren im Wert um circa 1000 Prozent gestiegen ist.

Gegenständliche Gemälde weltberühmter moderner Künstler bilden die Highlights dieser Frühjahrsauktionen bei Sotheby's: Die Bilder des Deutschen Gerhard Richter und des Iren Francis Bacon werden vor Beginn der diesjährigen Auktionen an diesem Freitag von dem traditonsreichen Auktionshaus in New York am höchsten taxiert. Der Kunsthändler erhofft sich nach eigenen Angaben für jedes der Bilder 40 Millionen US-Dollar (31 Millionen Euro).

Richters Bild "Domplatz, Mailand" ist von 1968 und knapp drei Meter hoch. Es zeigt den Vorplatz der Kathedrale von Mailand und wirkt wie ein unscharfes Schwarz-Weiß-Foto - eine von Richter gern genutzte Technik. Es war das größte gegenständliche Gemälde, das der damals 36-jährige Richter bis dahin gemalt hatte.

Das Bild war eine Auftragsarbeit für Siemens und hing 30 Jahre in der Mailänder Außenstelle des Konzerns. Für Richter erwies sich die Bestellung durch das deutsche Unternehmen als glückliche Fügung, wie er in einem Interview später erzählte: "Ich habe Auftragsarbeiten immer wieder gerne angenommen, denn so bin ich manchmal auf Dinge gestoßen, die ich von selbst nicht entdeckt hätte. Die Auftragsarbeit für Siemens war meine erste Stadtansicht und führte zu all meinen weiteren Stadtansichten danach."

Sotheby's schätzt das Bild auf 30 Millionen bis 40 Millionen Dollar. Zuletzt hatte das selbe Bild 1998 in London gut 3,6 Millionen Dollar gebracht. Der damalige Käufer - die Hotelkette Hyatt - macht nun einen sehr guten Schnitt. Denn selbst bei Berücksichtigung der Inflation ist die Preissteigerung enorm.