Weibliche Führungskräfte kennen viele Karrierehindernisse - das größte sind sie selbst.
Feminismus war gestern, Patriarchat vorgestern. Heute begegnen sich Männer und Frauen auf Augenhöhe. Oder nicht? In der Politik, im Job und in den Medien kehrt der Geschlechterkampf unter neuen Vorzeichen zurück. Eine Artikelreihe erkundet das aktuelle Krisengebiet. Dieser Beitrag geht der Frage nach, warum Frauen ihren Bildungsvorsprung nicht in Geld und Ruhm umwandeln.
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Frauen machen mit ihrem Teamgeist eine Firma erst so richtig menschlich, heißt es. Aber das stimmt nicht. (© )
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Sie sind brav und fleißig. Mädchen lernen mehr und schneller als Jungs, holen sich bessere Noten beim Abitur und studieren auch noch zügiger.
Nur: Es nützt nichts.
Trotz ihres guten Starts bleiben Frauen fast immer knapp unter der "Glasdecke" hängen. Selten sind sie Chefinnen, und wenn, dann nur ihre eigenen oder die eines kleinen Betriebs oder einer unwichtigen Abteilung.
Ein einziger Vorstandssessel der Dax-Unternehmen wird von einer Frau besetzt. Höchstens zehn Prozent der Top-Manager sind weiblich, und gerade einmal sechs Prozent Max-Planck-Direktorinnen gibt es.
Und selbst wenn Frauen einen interessanten Job angeboten bekommen, lassen sie sich mit geringeren Gehältern abspeisen.
Ob Controllerin, Ingenieurin oder Unternehmensberaterin - sie verdienen, so die Analyse einer Hamburger Beratungsfirma für den Stern, fast immer ein Drittel weniger als ihre männlichen Kollegen.
Mag ja sein, predigen selbst ernannte Zukunftsforscher, Frauen-Coaches und rot-grüne Politikerinnen, doch bald wird alles gut. Wenn die Zahl der Frauen in Führungspositionen eine kritische Masse erreicht hat, wenn sie ihre Netzwerke geknüpft haben und sich gegenseitig einstellen, wenn es irgendwann mehr Krippenplätze und Ganztagsschulen gibt, dann können wir uns auf eine regelrechte Invasion der Chefinnen einstellen.
Doch das Zeitalter der Geschlechtergerechtigkeit in den Büros wird so schnell nicht dämmern, schon gar nicht in Deutschland, wo Frauen es noch seltener an die Spitze schaffen als in Amerika, England oder Frankreich.
Denn erstens wird, zumindest so lange der Geburtenknick sich noch nicht auswirkt, der Kampf um gute Jobs härter, übrigens auch für die Männer.
Und zweitens machen die Frauen fast alles falsch, was man nur falsch machen kann - wenn sie denn überhaupt den Kampf mit den Männern um die guten Stellen aufnehmen wollen. Oft wollen sie nicht.
Mädchen werden, das zeigt die Lehrstellen-Statistik, Bürokauffrau, Arzthelferin und Verkäuferin.
Die Ausbildung zur medizinisch-technischen Assistentin oder zur Hörgeräte-Akustikerin ist das Äußerste an Technik, das sie sich zutrauen. Um die IT-Branche machen sie einen großen Bogen.
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