Von Bernd Graff

Überreich beschenktes Berlin: Neidisch blicken wir in diesen Tagen vom Ufer der Isar an das der Spree. Denn dort dürfen die Sterblichen nicht nur nie gesehenes, traumhaftes Kino erleben, sondern sich auch, oh Wahnsinn!, in der Nähe überirdisch schöner Wesen wissen: der Frauen des internationalen Films. Eine Bildergalerie

In München, der Herzens-Stadt, in der man viel vom süßen Leben versteht, gibt es alle Jahre ein Filmfest. Das ist sicherlich nicht so groß wie das, welches augenblicklich Berlin in Bann schlägt und das nach der Stadt denn auch "Berlinale" genannt wird.

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Heiteres Berlin im Februar. (© Foto: ap)

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Nein, das Münchner Filmfest heißt einfach nur "Münchner Filmfest", weil es ja auch nicht so groß ist wie die Berlinale und sich deshalb kaum als Münchneriade oder so ähnlich aufmanteln würde.

Allerdings gibt sich dieses Filmfest am Isarstrand jedes Jahr ein Motto. Und dazu hatte man 1995, ausgerechnet im 13. Jahr seit seiner Begründung, eine Binse gewählt: "Das Schönste am Film sind die Frauen.", lautet es.

Auch damals leuchtete München also. Denn für eine solche Sentenz ist die Stadt zu preisen. So lapidar dieser Satz auch daher kommt, es ist doch gut, das einmal ausdrücklich festgestellt und ausgesprochen zu haben. Ja, das Schönste am Film sind die daran beteiligten Frauen. Und die Republik braucht München, das einmal nachhaltig und für die Ewigkeit notiert zu haben.

Seitdem kann man kein Filmfest, kein internationales Festival besuchen, ja, nicht einmal einen Film und sei er stinknormal anschauen, ohne diese Feststellung wie ein Mantra zu wiederholen und ihren Wahrheitsgehalt immer und immer wieder zu bestätigen.

Es ist ja keineswegs nur so, dass das Schönste im Film die Frauen sind. Nein, was auch immer mit Film zu tun hat - Premierenfeiern, Pressekonferenzen, Galadiners - bestätigt aufs Vortrefflichste den Satz. Erst Frauen machen Filme im weitesten Sinne, machen das ganze Filmgeschäft schön, machen den Film zur schönsten aller Künste. Ja, sie erst lassen Filme erblühen. Wunderbar und traumhaft! Und lassen uns wissen, dass es doch mehr gibt; dass irgendwo da draußen vielleicht doch eine bessere Welt wartet.

Davon einen Hauch spürt man jetzt auch wieder in Berlin, der Hauptstadt, die in der Berlinale-Zeit schon frühlingshaft vibriert und geradezu empörend beglückt ist mit Filmen und ihren fantastischen Frauen. Heiteres Berlin im Februar.

Wir verbeugen uns in einer Bildergalerie vor den schönen Frauen - und zollen Tribut. Auch und gerade der chinesischen Schauspielerin Bai Ling (unser Bild), die man nicht kennen muss, die sich aber auf einer Pressekonferenz für den Film 'Beautiful Country' nur ihres Mantels zu entledigen brauchte, um sämtliche Fotografen, Profis von Agenturen, wohlgemerkt!, restlos aus dem Häuschen zu bringen - und anschließend naturgemäß auch uns. Danke dafür Bai Ling. Danke Film, Danke Berlin. Sehen Sie selbst - wir dokumentieren dieses Glück nur.

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