Frankreich Deutscher Buchladen in Paris gibt auf

Die "Librairie Allemande", die deutsche Buchhandlung in Paris, schließt nach zwei Jahren Ende dieser Woche.

Von Joseph Hanimann

Ende dieser Woche schließt die letzte deutsche Literaturbuchhandlung in Paris. Die Librairie Allemande im Quartier Latin war vor zwei Jahren eröffnet worden, nachdem ein anderes Lokal dieses Sortiments, der direkt neben dem Centre Pompidou gelegene Buchladen Marissal, eingegangen war.

Der deutschsprachige Buchhandel in Paris ist seit Jahren eine Abfolge von Schließungen. "Es fehlten einfach die paar Großkunden, die zum Weitermachen nötig gewesen wären", sagt die Gründerin der Librairie Allemande, Iris Mönch-Hahn.

Zwar leben 60 000 Deutsche in Paris, doch seien an die 90 Prozent der Kunden Franzosen gewesen. An mangelndem Interesse der französischen Leser kann es also nicht hauptsächlich gelegen haben. Hinter den anderen fremdsprachigen Buchhandlungen in Paris stehe meistens ein Verlag oder Mäzen, erklärt Frau Mönch-Hahn, für ihren Laden sei es ihr aber nicht gelungen, jemand zu finden, auch nicht für den überschaubaren Betrag von 100 000 Euro auf drei Jahre, den sie gebraucht hätte. Mit Subventionsmöglichkeiten sah es ebenfalls schwierig aus. "Für öffentliche Unterstützung von französischer Seite hätten wir zur Hälfte französische Bücher verkaufen müssen, für deutsches Geld, etwa durch eine Bewerbung am deutschen Buchhandlungspreis, hätten wir einen Sitz in Deutschland haben müssen. Wir saßen zwischen den Stühlen", sagt sie. Auch so kann Europa aussehen.

Zwei Jahre lang arbeitete die Buchhändlerin, die für die Speditionskosten selber aufkam und die Bücher in Frankreich zum deutschen Ladenpreis verkaufte, mit Verlust. Nun triefen die Tränen auf Twitter und Facebook. Deutschland hat eine Literaturadresse in Paris weniger, die mit Lesungen auch als Veranstalter tätig war, die französische Hauptstadt hat einen kundig und stilvoll zum Deutschlesen animierenden Ort direkt an der Seine verloren.