Der Keller als Beletage: In Frankfurt eröffnet das Museum Städel seine unterirdischen Gartenhallen für zeitgenössische Kunst. Mit dem außergewöhnlichen Souterrain ist die deutsche Museumslandschaft um eine architektonische Attraktion reicher. Das Museum verdoppelt mit dem Anbau nicht nur auf einen Schlag sein Raumangebot. Der Trakt ist auch ein beeindruckendes Ergebnis bürgerschaftlichen Engagements.
Es sieht aus, als fliege da ein Ufo auf. Elegant erhebt sich eine flache Kuppel unter der Grasnarbe, 195 Bullaugen tüpfeln das gewölbte Grün in futuristischer Anmutung. Im Innern ist von dem außergewöhnlichen Entwurf noch die wunderbar sanft gerundete Deckenschale sichtbar; auf die kreisrunden Oberlichter antwortet ein heller Terrazzoboden im Mischlicht einer bis zu acht Metern hohen Halle, die sich über eine Fläche von 3000 Quadratmetern erstreckt. Der Anbau des Frankfurter Städels, bescheiden "Gartenhallen" genannt, ist mindestens so groß wie ein mittleres Museum.
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Martin Engler, Leiter der Städel-Sammlung, im unterirdischer Erweiterungsbau. Das Museum setzt hier seine Geschichte als Gemäldegalerie bruchlos fort. (© dapd)
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Der Keller als Beletage: Mit dem außergewöhnlichen Souterrain beschert das Büro Schneider + Schumacher einer noch immer expandierenden deutschen Museumslandschaft - zuletzt wurden in Düsseldorf und Essen Neubauten eingeweiht - eine architektonische Attraktion und dem traditionsreichen Frankfurter Städel-Museum seine fünfte und umfangreichste Erweiterung.
Auf einen Schlag verdoppelt das Museum mit Kunst seit dem 13. Jahrhundert sein Raumangebot für die Sammlungsbestände mit einer Erweiterung, die sich viel homogener als der letzte Anbau von Gustav Peichl aus dem Jahr 1990 an den historischen Bau anschließt. Ein Hauch von spätmoderner Dekadenz mischt sich in die Noblesse des unterirdischen Pantheons: Gleich hinter dem Foyer führt eine emphatische Freitreppe hinunter zu den Gartenhallen und der Gegenwartskunst, die jetzt im Städel in einer Auswahl von rund 330 Werken gezeigt wird.
Der Coup ist umso bemerkenswerter, als die Frankfurter Architekten bislang zwar mit Verwaltungsgebäuden oder der roten Infobox am Potsdamer Platz, nicht aber mit Museumsbauten in Erscheinung getreten sind. Nicht minder triumphiert der Städel-Direktor Max Hollein, dem eine begnadete Finanzakquise nachgesagt wird.
Die Hälfte der Baukosten in Höhe von 52 Millionen Euro inklusive der Renovierung des Urbaus aus dem Jahr 1878 hat Hollein in den letzten fünf Jahren aus privaten Quellen erschlossen und zudem auch für Zuwachs an Malerei und Fotografie gesorgt, indem er große Teile der Sammlungen der Deutschen Bank und der DZ Bank als "Überlassungen" - faktische Schenkungen - ans Städel lotste. So präsentiert sich der neue Trakt als beeindruckendes Ergebnis bürgerschaftlichen Engagements.
Auswahl ignoriert Ansätze des 20. Jahrhunderts
Das Städel begründet die Gegenwart aus seinen historischen Leitlinien und setzt seine Geschichte im Anbau bruchlos als Gemäldegalerie fort, die hier und da durch Skulptur ergänzt wird. Es gibt weder Videokunst zu sehen, noch raumgreifende Installationen, zudem ignoriert die Auswahl auch alle Ansätze des 20. Jahrhunderts, den Werkbegriff außer Kraft zu setzen und das Tafelbild zu überwinden.
Stattdessen lässt das Städel die Gegenwart - in beträchtlichem Sicherheitsabstand zum Zeitgeist - mit Positionen der klassischen Moderne wie Otto Freundlich und Laszlo Moholoy-Nagy beginnen, integriert dazwischen bemerkenswert aktuelle "Räumliche Brechungen" und "Tafeln" des Dresdners Hermann Glöckner aus den dreißiger bis siebziger Jahren und wartet mit einem ansehnlichen Ensemble präzise ausgewählter Bilder von Morellet, Fruhtrunk und Vasarely auf. Das ist ein überzeugender, gewiss nicht stromlinienförmiger Auftakt historisch gewordener, aktueller Kunst.
Im Zentrum der Gartenhallen steht die jüngste Generation mit meist großen Formaten und hier wird die Beschränkung deutlich, die das Städel als seine Identität ausgeben muss: Es geht sehr deutsch zu mit Werken von Frank Nitsche, Amelie van Wulffen, Dirk Skreber, Neo Rauch, Eberhard Havekost, Isa Genzken, Dierk Schmidt. Fraglos stünde der Sammlung ein Wilhelm Sasnal, ein Peter Doig oder auch ein älteres Semester wie Mary Heilmann gut an.
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dos des ned in Oberbayern wo is dieses Kultur. Wo man doch weiß das grad München die Wiege von allem is, geh, und diesem Bund der wo das nicht einsieht, dass heißt 90% des Landesetats, dann das bay. Königreich eben, für München wo reicht nicht, mia brauchen mehr von diesen Bildeln wo.
zu sehen, noch raumgreifende Installationen, zudem ignoriert die Auswahl auch alle Ansätze des 20. Jahrhunderts, den Werkbegriff außer Kraft zu setzen und das Tafelbild zu überwinden." steht im Artikel oben.
Also ich sehe lieber Tafelbilder, als Bafeltilder, mit anderen Worten, etwas, von dem man
nicht weis, was es ist,
nicht weis, was es soll,
nicht weis, warum es so heist,
und nicht wissen will,
was es wieder gekostet hat.