Fotoserie "Die Gläubigen""Man bittet die Geister"

Martin Schoeller fotografiert religiöse Menschen in New York - im Februar sind das unter anderem eine Rabbinerin und eine Anhängerin der Mankon-Tradition.

New York ist der Ort mit der größten Zahl unterschiedlicher Glaubensgemeinschaften. Der Fotograf Martin Schoeller porträtiert in seiner Feuilleton-Kolumne jeden Freitag einen gläubigen Menschen aus dieser Stadt. Hier findet man seine Werke monatlich gesammelt.

Rabbi Angela Buchdahl. Reformjudentum

Ich leite zwar die Gottesdienste in der zentralen Synagoge an der Lexington Avenue, ich lese die Torah und achte die Feiertage, aber am wichtigsten ist mir das persönliche Gebet. Das fühlt sich für mich wie eine Konversation zwischen mir und etwas an, das größer ist als ich selbst. Ich nenne es Gott, auch wenn ich das nicht als den überirdischen Gott im biblischen Sinne verstehe, der meine Gebete erhört. Eher wie die Verbindung zu einer großen Kraft. Prinzipiell fordert mein Glaube von mir, Friede, Gerechtigkeit und Liebe in die Welt zu bringen. Das tue ich allerdings nicht für eine Welt nach uns, sondern für diese unsere Welt. Judaismus kehrt sich nicht besonders um das Leben nach dem Tod. Hier und jetzt ist unsere Gelegenheit, die Welt zu einem besseren Ort zu machen und damit auch die Menschen zu bereichern.

23. Februar 2018, 11:192018-02-23 11:19:10 © SZ/cag