Filmtipp des Tages Gewalt sichtbar machen

An Krebs oder Malaria, bei einem Verkehrsunfall oder im Krieg zu sterben - das alles ist für eine Frau in den Entwicklungsländern nicht so wahrscheinlich, wie vom eigenen Mann zum Krüppel oder zu Tode geprügelt zu werden. Nicht nur im Kongo, in Benin oder Bangladesch, auch in Deutschland werden Frauen Opfer von Gewalt. Der Dokumentarfilm "Unter aller Augen" porträtiert vier Frauen aus diesen Ländern, die versuchen, mit traumatisierenden Erlebnissen umzugehen. Als einen "Jagdvogel mit glühenden Augen" beschreibt Yolande aus Benin ihren Mann, als er eines Nachts auf sie losgeht und ihr Säure in den Mund und über den Körper schüttet. Die Protagonistin im Kongo wurde öffentlich vergewaltigt, das Mädchen aus Bangladesch zwangsverheiratet und genau wie Maya aus Deutschland von ihrem Mann geschlagen. "Überall auf der Welt, wo Unrecht passiert, liegt es daran, dass alle wegschauen", sagt die Regisseurin Claudia Schmid. "Mir war es wichtig, achtungsvoll mit diesen Geschichten umzugehen und diese große Gewalt nicht zu verschönern." Für ihren aufrüttelnden Film übernahm Schmid auch die Kamera. Mehr über das Projekt wird bei einem Gespräch mit ihr im Werkstattkino zu erfahren sein.

Unter aller Augen, Film & Gespräch mit Regisseurin Claudia Schmid, 17.30 Uhr, Werkstattkino