Filmfestspiele Venedig Goldener Löwe für deutsche Koproduktion

Der schwedische Regissuer Roy Andersson küsst seine Trophäe: den Goldenen Löwen für die deutsche Koproduktion "A Pigeon Sat on a Branch Reflecting on Existence".

(Foto: AFP)

Erfolg für deutsche Koproduktion: "A Pigeon Sat on a Branch Reflecting on Existence" des schwedischen Regisseurs Roy Andersson gewinnt den Goldenen Löwen der 71. Internationalen Filmfestspiele Venedig. Und auch eine weitere Produktion mit deutscher Beteiligung darf sich über einen Preis freuen.

  • Deutsche Koproduktion gewinnt den Goldenen Löwen.
  • Deutsch-Türkischer Film "Sivas" erhält den Spezialpreis der Jury.
  • Auch Fatih Akins Film über den armenischen Genozid war mit im Rennen.

Deutsche Koproduktion gewinnt höchste Auszeichnung von Venedig

Die deutsche Koproduktion "A Pigeon Sat on a Branch Reflecting on Existence" des schwedischen Regisseurs Roy Andersson hat den Goldenen Löwen der 71. Internationalen Filmfestspiele Venedig gewonnen. Das gab die Jury am Samstagabend bekannt. "Es ist eine große Ehre den Preis zu bekommen, besonders hier in Italien, einem Land, das so viele cineastische Meisterwerke geliefert hat", sagte Andersson, als er die Auszeichnung im Filmpalast auf dem Lido entgegennahm. Es ist Anderssons erster Preis beim Filmfest Venedig

Der Film ist eine Aneinanderreihung von Sketchen, die sich mit dem menschlichen Befinden auseinandersetzen. Mit lakonischem Humor erzählt der 71-jährige Andersson in starren Einstellungen verschiedene Geschichten vom Leben, von Trauer und vom Verlust. Der Film entstand mit finanzieller Unterstützung aus Deutschland.

Großer Preis der Jury an Film über Massaker in Indonesien

Die zweithöchste Auszeichnung, der Große Preis der Jury, ging an die Dokumentation "The Look of Silence" des US-Amerikaners Joshua Oppenheimer. Das Werk über Massaker in Indonesien Mitte der 1960er berührte viele Zuschauer. Der Bruder eines Opfers konfrontiert Jahrzehnte nach den Gräueln die Mörder von einst - von Reue ist fast nichts zu spüren. "Dies ist ein Meisterwerk", sagte Jurymitglied Tim Roth bei der Preisverleihung.

Kein Preis für Fatih Akins "The Cut"

Um den Goldenen Löwen hatten 20 Wettbewerbsfilme konkurriert, darunter das Drama "The Cut" des Hamburger Regisseurs Fatih Akin über die Massaker an den Armeniern während des Ersten Weltkrieges.

Der deutsch-türkische Film "Sivas" wurde mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet. Das Werk des in Berlin lebenden Kaan Müjdeci handelt von einem Jungen und dessen Kampfhund in einem türkischen Dorf.

Der Russe Andrej Kontschalowski bekam für den dokumentarischen Spielfilm "The Postman's White Nights" den Silbernen Löwen für die beste Regie. Als besten Schauspieler ehrte die Jury den US-Schauspieler Adam Driver. Er spielte die Rolle eines verzweifelten Vaters im Film "Hungry Hearts" des Italieners Saverio Constanzo. Ebenfalls in diesem Film überzeugen konnte seine Kollegin Alba Rohrwacher, die als beste Schauspielerin ausgezeichnet wurde.

Die Jury stand in diesem Jahr unter dem Vorsitz des französischen Filmkomponisten Alexandre Desplat. Das Filmfest Venedig ist das älteste der Welt. Es gehört neben den Festivals in Berlin und Cannes zu den wichtigsten der Branche.

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