Filmfest-Tipp des Tages Liebe macht sehend

Die Tragikkomödie "Blind & hässlich" von und mit Regisseur Tom Lass

Männer, die mit Frauen nicht zurechtkommen, sind ein großes Thema auf dem Filmfest. Da gibt es die derbe Testosteron-Attacke "Fikkefuchs", und auch das Münchner Multitalent Tom Lass verarbeitet das Geschlechterwirrwarr in seinem forschen wie verträumten Coming-of-Age-Drama "Blind & hässlich". Der 33 Jahre alte Regisseur spielt den unbeholfenen Ferdi, der im Umgang mit Pferden, Katzen und Grashüpfern viel souveräner ist als mit Mädchen. Doch dann kommt Jona (stark: Naomi Achternbusch, im Bild unten, ). Bei der Ausreißerin, die mit Blindenstock und -hund unterwegs ist und ihn vor dem Selbstmord bewahrt, fühlt sich der Mann voller Macken durchaus wohl - wahrscheinlich, weil er glaubt, dass sie ihn nicht sehen kann. Dass Jona indes nur vorgibt, blind zu sein, um einen Platz im Wohnheim ihrer blinden Cousine zu bekommen, stellt die junge zarte Liebe auf eine harte Bewährungsprobe.

Blind & hässlich, Deutschland 2017, Regie: Tom Lass, Donnerstag, 29. Juni, 22.30 Uhr, Kino Münchner Freiheit, und Samstag, 1. Juli, 19.30 Uhr, Arri, jeweils mit Regiegespräch, www.filmfest-muenchen.de