Es muss nicht mehr der Gang in die Videothek sein. Eigentlich. Immer mehr Firmen bieten Filme zum Downloaden an - aber wie gut funktioniert das bisher? Ein Selbstversuch.
Ja, es ist wahr. Es gibt inzwischen Menschen auf dieser Welt, die bewegte Bilder anschauen, indem sie in das Sichtfenster einer weißen Zigarettenschachtel hineinstarren. ipod nennt sich das Ding.
James Bond zum Dumping-Preis - falls das Laden überhaupt funktioniert. (© Screenshot: sueddeutsche.de)
Anzeige
Und dabei geht nicht nur um Videoclips - seit neuestem sind auch Kinobilder dabei, die mit Millionenaufwand für die Leinwand gedreht wurden. Was würden die Urväter des Großbildkinos dazu sagen?
Cecil B. DeMille zum Beispiel, der Herrscher über die größten Statistenheere der Kinofrühzeit? Oder Spyros Skouras, der Visionär des Cinemascope-Formats in den fünfziger Jahren? Falls sie in diesen Zeiten aus dem Olymp des Kinos zu uns herabschauen, dann verstehen sie sicher die Welt nicht mehr.
Aber die Zeiten ändern sich, und zur Verteidigung könnte man sagen, dass Größe nur relativ ist. Wenn man aus 15 Metern Entfernung auf eine Leinwand von 20 Metern Breite starrt, wie groß ist dann das Bild auf der Netzhaut? Auch nicht größer als das Bild eines ipod-Bildschirms, den man vor die Nase hält.
Hollywood auf der Autobahn
Sicher, das kollektive Erlebnis fehlt, die Euphorie der Erwartung, die absolute Konzentration - aber all das haben wir Cinephilen der Gegenwart ohnehin längst auf dem Altar der DVD geopfert. Jetzt wird sozusagen nur noch über das Kleingedruckte verhandelt - über Bildschirmgrößen und Distributionswege.
Und da passiert momentan so Einiges. Im September ging Apple mit seinem itunes Filmdownload-Service ins Netz, zunächst nur in den USA und auch nur mit 75 Titeln, alle aus dem Disney-Studio. Sechs Tage später waren Filme für eine Million Dollar verkauft - und angeblich fand mittlerweile bereits der fünfhundertausendste Download statt.
Genauso ging es vor einem Jahr mit einer Handvoll Fernsehshows los - inzwischen sollen schon 45 Millionen TV-Episoden auf den ipods der Welt gespeichert sein. Kurz vor Apple startete Amazon einen Download-Service namens "Unbox", der aus dem Stand mehr als 2000 Filme anbot.
Am 22. November zog Microsoft in den USA nach: die Game-Konsole XBox 360, die ohnehin meist am Netz hängt, wurde um eine Filmdownload-Option erweitert. In Deutschland bietet AOL rund 800 Filme zum Download an, T-Online wirbt bereits mit Downloads in High Definition, und diese Woche folgte die Website des Mediamarkts.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 3 nächste Seite
Abholzungen im Amazonas-Gebiet