Radikaler Schlussstrich

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Bekannt für ihre Brillen: Eine Aufnahme von Ilona Christen aus dem Jahr 1995. (© Foto: dpa)

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Nach und nach entfernte sich die Talkmasterin, die zwischenzeitlich auch Werbung für Waschmittel ("Ariel") machte, innerlich von einem Konzept, das Kritiker schon lange als Krawall- und Rüpel-Fernsehen gebrandmarkt hatten. Als dann auch noch die Zuschauerzahlen zurückgingen und zugleich der Quotendruck immer härter wurde, zog die Moderatorin einen radikalen Schlussstrich: "Ich habe vor der Kamera fertig", sagte sie 1999: "Es geht inzwischen nicht mehr um Themen, sondern nur noch um Einschaltquoten."

Sie wolle künftig fotografieren, schreiben und auf Reisen gehen, verkündete sie: "Die öffentliche Ilona Christen gibt es ab jetzt nicht mehr." Tatsächlich zog sich die Journalistin im besten Moderatorinnenalter komplett vom Bildschirm zurück - und meldete sich in den Folgejahren immer wieder als scharfe TV-Kritikerin zu Wort. Die Talkshows würden "noch etwas kontroverser, noch etwas gemeiner, fieser", beklagte sie. Den Abschied von Kameras und Scheinwerfern bereute sie jedenfalls nie: "Ohne Fernsehen bin ich glücklich und frei."

Nur noch den Kultursender Arte und Nachrichten schaue sie, bekannte Ilona Christen. In ihrer Zeit waren die Talkgäste noch auf Echtheit überprüft worden, doch dann entdeckte ein Sender nach dem anderen das quotenträchtige Format - und es kamen Schauspieler zum Einsatz, die vorformulierte Dialoge sprachen.

Ilona Christen widmete sich der Familie und den Hobbys wie Bergwandern, Lesen und Reisen nach Afrika. Über die RTL-Zeit sagte sie nur: "Die Zuschauer fanden mich entweder gut oder schlecht. Dazwischen gab's nichts. Damit konnte ich sehr gut leben."

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  1. Ilona Christen - der frühe Tod des TV-Stars
  2. Sie lesen jetzt "Ohne Fernsehen bin ich glücklich und frei"
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(sueddeutsche.de/AP/dpa/bön)