Das Versenden von Mitteilungen funktioniere "wie bei Ebay oder Amazon", erklärt Wilfried Seywald, Marketingdirektor bei Pressetext - "vollautomatisch". Der Kunde müsse ein Konto einrichten und bezahlen, dann könne er Meldungen verschicken. Pressetext setze auf den "mündigen Kunden". Dennoch werde natürlich alles kontrolliert, auf "politische Parolen, pornographische Inhalte, aber auch unsinniges Geschreibsel".
Anzeige
Und wie kam P.'s Geschreibsel in Umlauf? Wegen der Tageszeit, heißt es in Wien. Der Text ging nach 21 Uhr rein - und wieder raus. Zu dieser Zeit sei der zuständige Mitarbeiter nicht online gewesen. Die Meldung sei daher nicht geprüft worden. Über Hürden, um so etwas zu verhindern, denke man nun nach.
Die Gaga-Meldung ging auch anderswo mühelos durch. ddp-Chefredakteur Joachim Widmann sagt: "Wir waren selbst erschrocken." Das Schwesterunternehmen ddp-direkt müsse "den gleichen Standard erfüllen, wie wir auch". Den Kollegen sei daran gelegen, einen "seriösen PR-Kanal" anzubieten. Deshalb dürfe es beispielsweise keine verfassungs-, ausländerfeindlichen oder andere kriminelle Inhalte geben."In diesem Fall hätte man nur auf die innere Plausibilität achten müssen, dann wäre gleich aufgefallen, dass die Meldung total verwirrend und krude ist", sagt Widmann. In Zukunft solle so etwas nicht mehr vorkommen. Das Procedere sei nun "optimiert" worden.
Der stellvertretende dpa-Chefredakteur Wolfgang Büchner schickte nach der Bluewater-Affäre zunächst eine Eilkorrektur, dann bat er seine Leute zur "Nachbearbeitung". Seitdem gibt es einen Sechs-Punkte-Plan für den Umgang mit exklusiven Informationen. So müssen künftig immer zwei Journalisten "zur Verifizierung von Informationen und Recherche" abgestellt werden. Büchner sagt, dass er den Fehler bedauere. Aber: "So ein Bluewater gibt es in jeder Redaktion." Dennoch: "Die sechs Punkte sind keine freiwillige Empfehlung, sondern eine Dienstanweisung." Falls so etwas wieder passiere, "wären auch personelle Konsequenzen denkbar".
Und der Aktualitätsdruck, der in Zeiten des Online-Journalismus höher ist denn je? Der sei nicht das Problem, meint der frühere Spiegel-Online-Mann Büchner: "Wir müssen nur durch gute Prozeduren sicherstellen, dass wir nicht auf irgendwelche Fallen reinfallen."
Sie sind jetzt auf Seite 2 von 2
- Thema
- Nachtkritik RSS
- Im Kino: "Short Cut to Hollywood" Sterben für alle 23.09.2009
- 9/11: Vermeintliche Bombenattacke Ein Anschlag auf die Nerven 10.09.2009
- Vermeintlicher Anschlag Drei Websites und eine Falschmeldung 10.09.2009
- FC Bayern: Einzelkritik Robben, der Regelbrecher 15.05.2010
- TV-Kritik: Germany's Next Topmodel Cindy-rella und der Ritter 14.05.2010
- TV-Kritik: Maybrit Illner Als Josef Ackermann die Kernschmelze entdeckte 14.05.2010
- Stilkritik: Samantha Cameron Sexy Sam - die Frau mit dem Tattoo 12.05.2010
(SZ vom 24.09.2009/rus)
Wettmanipulation im Fußball
Bitte beachten Sie unsere netiquette und unsere AGB
... die glauben, was in der Zeitung steht ... ;o))))
... dass über dpa seit Jahren neoliberal wertende Formulierungen in Politik- und Wirtschaftsartikeln enthalten sind, die von fast allen Redaktionen wort- oder sinngleich übernommen werden.
Wirtschaftsliberale Propaganda im zentralistischen Nachrichtenwesen und die meisten Redaktionen finden das super OK.
Viel geliebte Süddeutsche!
So gehts leider nicht! Ihr könnt ja wohl nicht ernsthaft einen Artikel über Bluewater veröffentlichen, in dem Ihr komplett verschweigt, dass Ihr genauso auf die Geschichte reingefallen seid wie die dpa!!!!
http://www.bildblog.de/11514/wie-in-bluewater-einmal-nichts-passierte-2/
Und leider ist das ja überhaupt kein Einzelfall mehr. sueddeutsche.de liefert leider regelmäßig voreilige Fehlmeldungen von unbesonnenen Agenturen:
http://www.bildblog.de/11889/besonnenheit-vereitelt/
Langsam scheint sogar meiner Lieblingszeitung die Seriosität abhanden zu kommen - schade!!
Liebe SZ-Redaktion: wo ist der Hinweis auf Stahlberg in der Bildunterschrift im Text wiederzufinden??
Paging