Von Christopher Keil

Auch Dita van Teese konnte den Samstag nicht retten. Muss nun Pro 7 ran, um dem NDR zu helfen?

Bei Marktanteilen um 30 Prozent hört das Grübeln über Inhalte und Formen gewöhnlich auf bei den Managern deutscher Sender. Der "Eurovision Song Contest" sei das Fernsehereignis am Samstagabend gewesen, wird Thomas Schreiber zitiert. Schreiber, der beim NDR für Fiktion und Show zuständig ist, koordiniert die Unterhaltung für das Erste. 6,13 Millionen Zuschauer verfolgten den Wettbewerb zwischen 20.21 und 1 Uhr (Marktanteil: 28,5 Prozent) - 2006 waren es noch zehn Millionen.

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Der deutsche Beitrag zum "Eurovision Song Contest" schaffte es auch mit Dita von Teeses tatkräftiger Unterstützung nicht, zu begeistern. (© Foto: dpa)

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An diesem Montag tagt in Köln die Konferenz der Programmdirektoren. Diskutiert werden soll dabei nach SZ-Informationen auch über einen weitreichenden Vorschlag: die Kooperation von NDR und Pro Sieben. Der Vorschlag, so ist aus ARD-Kreisen zu erfahren, stamme von Schreiber. Geht es dabei vor allem um eine Kooperation mit Stefan Raab?

Raab hatte 2004 Erfolg mit seiner Pro-Sieben-Version eines deutschen Song Contests - mit SSDSGPS, was "Stefan sucht den Super-Grand-Prix-Star" bedeutet. 2007 folgte SSDSDSSWEMUGABRTLAD: "Stefan sucht den Superstar, der singen soll, was er möchte, und gerne auch bei RTL auftreten darf!"

Der als Musiker und Musikproduzent anerkannte Raab erfand neue Shows wie die "Wok-WM" oder "Schlag den Raab" und ist seit 1999 mit "TV Total" auf Sendung. Vor neun Jahren kam er mit seinem Titel "Wadde hadde dudde da?" auf Rang fünf beim früheren Schlager Grand Prix und könnte liefern, was der NDR so dringend braucht: Ein gutes Lied und eine deutsche Vorausscheidung, die emotionalisiert und das Publikum bindet.

Eine solche Zusammenarbeit zwischen öffentlich-rechtlichem und kommerziellem Programm hat es wohl noch nicht gegeben. Schreiber gilt im Ersten als durchsetzungsfähig, in diesem Fall müsste man es ihm wahrscheinlich wünschen.

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(SZ vom 18.5.2009/bey/rus)