Er war ein enger Wegbegleiter Axel Springers und bis zuletzt bescheiden: Im Alter von 96 Jahren starb Ernst Cramer.
Er erlebte die junge Bundesrepublik von Anfang an - und gestaltete sie als einflussreicher Publizist und Verlagsmann mit: Der Journalist Ernst J. Cramer, jahrelang "rechte Hand" des Verlegers Axel Springer, ist tot. Der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer Stiftung starb kurz vor seinem 97. Geburtstag am Dienstag in einem Berliner Krankenhaus an den Folgen eines Herzinfarkts.
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Noch bis kurz vor seinem Tod erschien Ernst Cramer oft um zehn Uhr im 18. Stock im Verlagshaus an der Axel-Springer-Straße in Berlin. (© Foto: ddp)
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Eine wertvolle Uhr, die Springer ihm einst geschenkt hatte, trug er auch nach dem Tod des Presse-Cäsaren 1985 stolz weiter. Cramer, am 28. Januar 1913 in Augsburg geboren, war ein Überlebender des Holocaust, der sich nach dem Krieg sofort um die deutsch-jüdische Verständigung bemühte - und nach ein paar Jahren in Axel Springer einen Gleichgesinnten fand.
In Springers wachsendem Konzern fand er viele Betätigungen, er war unter anderem Herausgeber von Welt und Welt am Sonntag sowie Aufsichtsrat. Bis zuletzt schrieb er Kommentare und Kolumen, die von wachem Verstand zeugten. Der Mann war ein Phänomen und schien nicht zu altern.
Vorstandschef Mathias Döpfner nennt Cramers Tod "einen großen Verlust". Nach Axel Springer sei er "die prägendste Figur des Verlags" gewesen.
Noch bis kurz vor seinem Tod erschien Cramer oft um zehn Uhr im 18. Stock im Verlagshaus an der Axel-Springer-Straße in Berlin. Dabei sei er nicht als "Lordsiegelbewahrer des Wahren, Schönen, Guten und Alten" aufgetreten, wie Döpfner noch zu dessen 95. Geburtstag betonte. Sein Rat und seine Meinung, sein "legendäres Gedächtnis", seien für die Verlegerin Friede Springer stets wichtig gewesen.
Der Spross einer Kaufmannsfamilie blickte auf einen bewegten und auch tragischen Lebensweg zurück. Zeitweise war Cramer im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert und schaffte im letzten Monat vor Kriegsbeginn gerade noch rechtzeitig die Ausreise; seine Eltern und sein Bruder Erwin wurden von den Nazis ermordet. 1945 kehrte er in der Uniform der US Army in seine Vaterstadt Augsburg zurück.
Steile Karriere
Die steile publizistische Karriere im Nachkriegsdeutschland war ihm nicht in die Wiege gelegt, auch wenn es sogar eine "familiäre Literaturprägung" gab. Cramers Vater hatte mit Bertolt Brecht einen Literaturzirkel gegründet, der bis 1933 Veranstaltungen mit wichtigen deutschen und ausländischen Autoren organisierte.
Nach dem Krieg arbeitete Cramer zunächst als Captain der US- Armee für die Militärverwaltung in Deutschland, als Redakteur der Neuen Zeitung in München und für eine Nachrichtenagentur. Verleger Axel Springer wurde auf ihn aufmerksam und holte Cramer 1958 als stellvertretenden Chefredakteur der überregionalen Tageszeitung Die Welt in sein Verlagshaus.
"Ich suche Leute mit eigener Meinung, die auch zu ihr stehen", erinnerte sich Cramer später an Springers Angebot. 1969 wurde er Leiter des Verlegerbüros, Herausgeber und schließlich Aufsichtsratsmitglied. 1985 war Cramer neben dem Aufsichtsratschef Bernhard Servatius und Witwe Friede Springer Testamentsvollstrecker Axel Springers. Seit 1981 leitete er die Axel-Springer-Stiftung.
Cramer wurde für sein Eintreten für Menschlichkeit und Toleranz mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz, der Leo-Baeck-Medaille und dem Heinz-Galinski-Preis.
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(sueddeutsche.de/jja/rus)
Voreiliges Buch "Der Pott ist dahoam"
veröffentlicht einen nachgerade liebevollen Nachruf auf einen Springer-Mann, in dem dieser so wegkommt als handle es sich um Mutter Theresa. Wenn man angesichts dieser Deutung Widerspruch anmelden möchte, saust die Peitsche des "SZonsors" nieder. Stimmt die Unterstellung meinerseits etwa doch, wonach ein journalistischer Adler dem anderen kein Auge aushackt? (Das mit der Krähe ging nicht, Sie können - sollten Sie diese Zeilen jemals zu Gesicht bekommen - sich ja denken warum.)
Hallo, Freunde der Nacht, wir reden hier von Springer - ja, genau dem Laden mit der "Bild"!
ist ein hochtrabender Begriff für jemand, der in diesem Konzern mitarbeitete. Polarisierend könnte man behaupten, dieser Konzern hätte den Faschismus mit anderen Mitteln fortgesetzt, denkt man an die Hetze gegen alles "Linke" und Rudi Dutschke bspw.
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