Die deutsche Buchbranche zögert: Viele Verlage wissen noch nicht, ob sie elektronische Bücher im iBookstore anbieten sollen.
Als Apple-Chef Steve Jobs Ende Januar das "iPad" vorstellte, seinen neuen tastenfreien, mobilen Entertainment-Computer, da präsentierte er neben all dem anderen Spiel und Spaß auch den "iBookstore". Aus diesem Online-Laden für elektronische Bücher kann man nach dem iTunes-Prinzip einzelne Titel herunterladen und dann mit der Lesegerät-Funktion des iPad lesen. Und gleich bei der Ankündigung des Geräts, das zwei Monate später in den USA in den Handel kommen sollte, konnte Apple fünf große Verlagsgruppen als Vertragspartner aus dem Hut zaubern. Es gab also bereits zu diesem Zeitpunkt die Zusage des Elektronikkonzerns, dass die E-Bücher dieser Verlage zum Verkaufsstart fürs iPad erhältlich sein würden: Es handelte sich um die Verlagshäuser Penguin, Hachette, Macmillan, Simon & Schuster und HarperCollins. Von den Großen fehlte in den USA nur Random House, die Verlagsgruppe des Bertelsmann-Konzerns.
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Das iPad (links) neben seinem kleinen Geschwisterchen, dem iPhone. (© Foto: AP)
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Feilschen mit Apple
Ganz anders läuft es jetzt auf dem deutschsprachigen Buchmarkt. Am vergangenen Wochenende hat Apple den ersten Verkaufstag des iPad in Deutschland bekanntgegeben, nämlich den 28.Mai. Die Firma hat zu Vorbestellungen eingeladen und zugleich die Preise für die verschiedenen Ausführungen des Touchscreen-Geräts verkündet, die, mit 499 Euro beginnend, je nach Speichergröße rund 40 bis 100 Euro über dem amerikanischen Preis liegen werden.
Während aber mehrere deutsche Presseverlage annonciert haben, zur Markteinführung eigene iPad-Versionen ihrer Zeitungen und Magazine zu bieten (darunter auch die Süddeutsche Zeitung), kann Apple hierzulande knapp drei Wochen vorher noch nicht mit großen Buchverlagen als Partnern aufwarten. Das liegt daran, dass gerade noch heftig verhandelt wird zwischen Apple und den Verlagen. Auch Libreka, das gemeinsame E-Book-Portal der Verlage, verhandelt noch mit Apple. Es geht um Rechte und Preise, darum, wie stark sich die Verlage an Apple binden und wie viel von den Einnahmen bei Apple verbleibt.
Unklares Preisverhältnis
Auf dem deutschen Markt für E-Books ist bisher unklar, in welchem Verhältnis die Preise zu den Preisen der gedruckten Bücher stehen sollen, die durch die Buchpreisbindung festgelegt sind. In den USA kosten die legalen Buch-Downloads fürs iPad zwischen neun und elf Euro.
Apple-Sprecher Georg Albrecht bestätigte zwar gegenüber der SZ, dass der deutsche iBookstore, entgegen anderslautenden Gerüchten, zum Erstverkaufstag am 28. Mai verfügbar sein werde. Eher nebulös aber bleibt bisher, welche Verlage dann dort auch etwas anbieten werden: Die sonst gesprächige Buchbranche zeigt sich recht zugeknöpft. Verlagsriese Random House hält sich es sich ebenso offen ("Wir führen mit allen potenziellen Anbietern Gespräche") wie die Fischer Verlage ("Wir verhandeln mit vielen Anbietern"). Auch Peter Kraus vom Cleff, der kaufmännische Geschäftsführer bei Rowohlt, kann einem sehr freundlich "sagen, dass ich nichts sagen kann".
Unsicherheit seitens der Buchbranche
Einige Verlage kooperieren mit der Berliner Firma textunes, die E-Books für das iPhone verfügbar macht. Dieses Angebot soll auch auf das iPad übertragen werden. Dies gilt beispielsweise für die Bücher des Tropen Verlags, eines Imprints von Klett-Cotta, und auch Markus Klose, Geschäftsführer bei Hoffmann und Campe, ist zuversichtlich, dass "alle unsere Bücher, die fürs iPhone lieferbar sind, auch pünktlich im iBookstore zu haben sein werden". Für ihn ist die "Präsenz auf diesem Markt von großer Relevanz", während etwa der Münchner Piper Verlag noch abwarten will und gar nicht beim iPad-Start dabei ist.
Eine solche abwartende Haltung muss kein Fehler sein: Die Buchbranche ist unsicher, welche Bedingungen Apple den Verlagen abpresst, und ob das iPad als Lesegerät für komplette E-Bücher überhaupt einen nennenswerten Marktanteil erlangen wird.
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(SZ vom 14.05.2010/nvm)
Staatsbesuch in Israel
Arme Ingenieure ;.)
Na hoffentlich lesen diese wenigstens Fachliteratur um sich weiterzubilden.
Oder haben wir jetzt am Ende JETZT GENAU IN DIESER SEKUNDE den Grund für die fehlende Innovationsfreudigkeit in diesem Land gefunden??? :-D
Viele Grüße
csuess
Warum ist dieser Artikel bei "Kultur"? Und nicht bei "Digital"? Liebe SZ, schafft endlich die Kategorie "Digital" ab - das digitale Leben ist mitten unter uns. Allerdings werden Artikel im Bereich "Digital" von bestimmten Menschen nicht gelesen, obwohl die Thematik alle angeht. "Digitale" Artikel gehören zu Politik oder Wirtschaft oder Bildung. Oder eben zu Kultur.
Bei allen Firmen in den ich arbeitete war der Standardspruch "Ingenieure lesen nicht".
Hallo Herr wrzkbrnft,
Technikfreaks lesen kaum Bücher. Woher wissen Sie das? Aussser, dass es eine dahingeschmissene Vermutung ist: Schon mal dran gedacht, dass es Bereiche gibt, die über die Belletristik herausgehen? Fachbücher zum Beispiel. Das gibt es ein paar wenige im Bereich der Technik-Wissenschaften ;-)
Weiters: Alles was Universitäten zur Verfügung stellen können.
Oder: Comics. Ich bin mir absolut sicher, dass gerade in diesem Bereich sehr viel passierend wird.
Viele Grüße
csuess
Sicher ist ein elektonisches Buch eine interessante Alternative. Das Problem ist jedoch: Technikfreaks lesen kaum Bücher und ob das neue Medium zu zu Lesern macht ist fraglich. Leseratten sind meist keine Technikfreaks, aber eine brauchbare Technik könnte sie überzeugen (Auch meine "technikfeindliche", viel lesende Frau schwärmt inzwischen vom iPhone, bei iPad könnte ähnliches passieren)
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