Disco-Queen Donna Summer ist tot

Sie lieferte den Soundtrack zur Disco-Ära, ihre Hits wie "Hot Stuff" und "Love To Love You Baby" wurden Welthits. Nun ist die US-Sängerin Donna Summer im Alter von 63 Jahren gestorben.

Die legendäre Disco-Sängerin Donna Summer ist tot. Sie starb nach Angaben ihrer Familie am Donnerstag in Englewood im US-Bundesstaat Florida, wo sie mit ihrem Mann Bruce Sudano wohnte. Sie wurde 63 Jahre alt. "Während wir um sie trauern, feiern wir in Frieden ihr außergewöhnliches Leben und ihr andauerndes Erbe", heißt es in der Erklärung der Angehörigen.

Die Promi-Webseite TMZ berichtete, dass die US-Sängerin an Lungenkrebs gelitten habe. Sie habe ihre Krankheit nicht öffentlich gemacht und bis zuletzt an einem neuen Album gearbeitet. Summers PR-Agent Brian Edwards bestätigte dem Nachrichtensender CNN, dass die Sängerin an Krebs erkrankt war.

Mit Hits wie "Hot Stuff", "Bad Girls" und "She Works Hard for the Money" war sie unbestritten die Disco-Queen der siebziger und frühen achtziger Jahre. Viele ihrer Alben erreichten Gold- und Platinstatus. Mit ihrer Mischung aus R&B, Pop, Funk, Soul und Rock habe sie eine neue Form internationaler Popmusik geschaffen, urteilte das Fachmagazin Rolling Stone einmal. "Madonnas Karriere ohne Summer und die 'Bad Girls'? Undenkbar!" Ihr Album "Crayons", das im Mai 2008 erschien, enthielt selbstbewusst den Titel "The Queen Is Back".

Ein Sprungbrett für Summers steile Karriere war Deutschland. Weil die mit sechs Geschwistern in einer frommen christlichen Familie in Boston aufgewachsene LaDonna Adrian Gaines (so ihr bürgerlicher Name) in New York keine Anstellung fand, nahm sie 1968 eine Rolle in dem Musical "Hair" in München an. Acht Jahre blieb sie beruflich in Bayern. Sie lernte Deutsch, heiratete ihren ersten Mann, den Österreicher Helmuth Sommer (von dem ihr späterer Künstlername Summer stammt), und kam mit ihrem langjährigen Produzententeam Giorgio Moroder und Pete Bellotte zusammen.

Die mit Moroder 1975 in München aufgenommene, erotisch hingestöhnte Single "Love To Love You Baby" wurde zu einem Skandal und einem Welterfolg. Das Time-Magazin berichtete, für die Aufnahme hätten 22 Orgasmen simuliert werden müssen. Summer beherrschte jahrelang die Discocharts. Fünfmal gewann sie einen Grammy, elf ihrer Alben wurden mit Gold ausgezeichnet. Und mit "She Works Hard for the Money" sang sie 1983 die Hymne aller alleinerziehenden Mütter. Viele Stars der folgenden 30 Jahre, darunter Michael Jackson, Madonna und Beyoncé, bekannten, von ihr beeinflusst zu sein.

Der Ruhm hinterließ aber Spuren. Ende der siebziger Jahre kämpfte Summer mit Depressionen und unternahm mehrere Suizidversuche. Der christliche Glaube gab ihr letztlich wieder Kraft. Summer war zweimal verheiratet. Aus erster Ehe stammt ihre Tochter Mimi. 1980 heiratete sie den Musiker Bruce Sudano und hatte mit ihm die Töchter Brooklyn und Amanda.