22. bis 24.Juni Neuhausen Ob Eck und Scheeßel
Seit dem heißen Sommer 2006 wird man bei Hurricane und Southside nicht mehr auf Händen getragen. Selbst wenn man wollte. Es geht nicht - ja, es ist sogar strengstens verboten. Der zahlreichen Schulter-, Rippen-, Halswirbel- und Sprunggelenksfrakturen wegen, die der Rock-Sport Crowdsurfing verursacht. Herrlich schade, denn was würde mancher geben für einen Ritt über die schwitzenden Massen zum "Sabotage" der Beastie Boys: Listen All Of Y'all It's A Sabotage - bei Deutschlands Festivalzwillingen Nummer zwei, im nasskalten Norden und schwäbelnden Süden.
Berufs-Provokateur Manson: Auch ohne Frau von Teese ein echter Hungucker (© )
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Bleiben Regenschauer und Windhosen in diesem Jahr da, wo sie hingehören, sind die Voraussetzungen gut für zwei gelungene Indie-Feste: Bleicher Schock-Rock, weißer-Jungs-Hip-Hop und Grunge-Opas - Marylin Manson, Beastie Boys und Pearl Jam spielen auf.
Marilyn Manson, bürgerlich Brian Hugh Warner, verdient sein Geld mit gezielter Provokation. Bei seinem letzten deutschen Festival-Auftritt allerdings, 2005 bei Rock am Ring, konnte der selbst ernannte "Antichrist Superstar" seinem Publikum höchstens ein Gähnen entlocken. Vielleicht wird's ja was in diesem Jahr - mit mehr Bühnenzeit und Ausstattung - mit dem Gruseln.
Langeweile wird bei den Beastie Boys wohl kaum aufkommen. Auch mit über vierzig werden sie für unser Recht zu Feiern kämpfen. Und wir wohl wieder keinen Schlaf finden - bis Brooklyn. Eine großartige Live-Band endlich wieder auf deutschen Bühnen. Bis dahin: Eifrig den unterhaltsamen, videolastigen Blog von Mike D und Co lesen - ch-check it out!
Von den alten Hip-Hop-Jungen zu wahren Grunge-Veteranen: Mit Nirvana und Alice in Chains waren Pearl Jam Anfang der Neunziger Jahre top of grunge. 60 Millionen verkaufte Platten später ist die Band um Eddie Vedder noch immer so aktiv wie erfolgreich - und zudem eine hervorragende Festival-Band. Legendär ihr Auftritt 2000 bei Rock am Ring. Den sie vielleicht in diesem Jahr noch toppen können.
Mit den Queens Of The Stoneage, Bloc Party, Mogwai, Bright Eyes, Arcade Fire und den Kings Of Leon ist das Mittelfeld wieder bestens besetzt. In den letzten Jahren wohl kaum zu verpassen, weil omnipräsente Dauergäste auf deutschen Bühnen: Placebo. Trotzdem sicher wieder ein Fest unter Freunden, der Ohrwürmer wegen. Ebenso Incubus, auch wenn mit "Light Grenades" wieder in seichteren Gewässern. Mit Dendemann kommt Deutschlands bester Reimer und mit dem schwedischen Duo Johnossi eine der fähigsten skandinavischen Jungbands. Lohnenswert auch ohne Crowdsurf-Frakturen.
Southside/Hurricane 22. bis 24.Juni Neuhausen Ob Eck und Scheeßel
Eintritt: 109 Euro (inkl. VVK-Gebühr, Campen, Parken u. Müllpfand)
Line-Up Highlights: Beastie Boys, Mogwai, Queens Of A Stoneage, Johnnossi
Kurz und knapp: Mit Pearl Jam und den Beastie Boys altverdiente Headliner und mit den Queens of a Stoneage und Bloc Party ein glänzend besetztes oberes Mittelfeld. Ein großes Fest dürfte das werden. Laut und bunt und vielseitig.
(F.Huwendiek/sueddeutsche.de)
65. Filmfestspiele Cannes