1. Juni 2007 - 3. Juni 2007 Nürburgring/Eifel und Volkspark Dutzendteich/Nürnberg
Rock am Ring und Rock im Park, die Giganten unter den großen Festivals in Deutschland. Mainstream-Superseller und hippe Jungmucker im massenkompatiblen Hit-Mix. Im Vergleich zum letzten Jahr - als Depeche Mode, Metallica und Guns'N Roses zu später Stunde spielten - nehmen sich die Headliner 2007 vergleichsweise bescheiden aus: Ein Comeback der Smashing Pumpkins, ein Wiedersehen mit den Ärzten und die Rapmetal-Rückkehr von Linkin Park. Dafür spannende Namen im breiten Mittelfeld. Das Doppel ist so oder so ein Selbstläufer: Bereits Mitte Mai sind die Festivals laut Veranstalter so gut wie ausverkauft.
Mit neuem Material bei Rock am Ring und Rock im Park: Linkin Park (© )
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"Ich will meine Band zurück, meine Lieder und meinen Traum", schrieb Billy Corgan im Juni 2005 in einer ganzseitigen Anzeige in der Chicago Tribune. Fast zwei Jahre dauerte es dann bis das Comeback-Album "Zeitgeist" veröffentlicht und die Smashing Pumpkins wieder vereint sind. Ihr letztes Album "Machina II/The Friends and Enemies of Modern Music" stellte Frontmann Corgan kostenlos ins Netz und konstatierte bitter: "An der Band ist nichts falsch. Aber es ist hart, den Kampf gegen die 'Britneys' dieser Welt aufrecht zu erhalten.". 2007 scheint Corgan wieder wohlauf: Er wirkt als Gast-Star der nächsten Scorpions-Platte...
Viele Worte über die Live-Qualitäten der Hauptband am Sonntag, Die Ärzte, zu verlieren, hieße Tauben nach Berlin tragen. Notorisch unterhaltsam, dabei aber meist erschreckend überraschungsfrei.
Linkin Park waren Anfang des Jahrtausends Stufenbeste des Numetal-Jahrgangs der Rock'n'Roll Highschool. Zwei Jahre und Millionen verkaufte Platten später wollte dann niemand mehr Rocker rappen sehen. Mit Beastie Boys-Produzent Rick Rubin versuchten sich die Kalifornier jetzt an einem kredibilen 'Neuanfang' - und mischten nach Eigenaussage "Old School Hiphop" mit "Classic Rock" und Punk. Herausgekommen ist Pathos-Poprock. Trotz allem als Live-Band sehenswert, weil laut, energetisch und auf den Punkt.
Am oberen Mittelfeld von Ring und Park ist nichts zu mäkeln: Eine Wagenladung erstklassiger Tanzrockware von der Insel mit den Arctic Monkeys, Kaiser Chiefs und Maximo Park, das australische Retromonster Wolfmother und der schottische Songwriter-Jüngling Paolo Nutini versprechen beste Unterhaltung.
Das bestangezogene Gitarren-Duo unserer Zeit, The White Stripes, spielt sowieso in seiner eigenen Liga - und seinen allerersten deutschen Festival-Auftritte überhaupt.
Rock am Ring/Rock im Park 1. bis 3. Juni 2006 Nürburgring/Eifel und Volkspark Dutzendteich/Nürnberg
Eintritt: 125 Euro (inkl. VVK-Gebühr, Campen, Parken u. Müllpfand)
Line-Up Highlights: Smashing Pumpkins, Arctic Monkeys, The White Stripes, Paolo Nutini, Gogol Bordello, Amy Winehouse
Kurz und knapp: Mit den Smashing Pumpkins eine echte Überraschung, mit Ärzten und Linkin Park eher erwartbare, wenn auch unterhaltsame Durchschnittsware. In der zweiten Reihe mit einem breiten Spektrum von Amy Winehouse bis Slayer, das mehr als in Ordnung geht.
Auch in diesem Jahr wieder eine insgesamt runde, gewohnt souveräne Mischung aus Großem und Gutem, Altem und Neuem
(F.Huwendiek/sueddeutsche.de)
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