Nazis, Stasi, Mauerfall: Das Deutsche Historische Museum in Berlin hat endlich eine Dauerausstellung. Sie zeigt deutsche Geschichte gewissermaßen im Plusquamperfekt - als vollendete Vergangenheit.
Die ganze Geschichte der Deutschen seit Christi Zeiten zu zeigen, ist schon deshalb ein schwieriges Unterfangen, weil es während des allergrößten Teils dieser langen Geschichte weder Deutschland gab noch ein deutsches Nationalbewusstsein noch eine deutsche Nation.
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Das Museum hat keinen Bühnenbildner beschäftigt. Auch Multimedia-Beschallung gibt es dankenswerterweise nicht. (© Foto: DHM)
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Das Deutsche Historische Museum in Berlin versucht in seiner Dauerausstellung denn auch gar nicht erst, rückwirkend Identität zu stiften, sondern nimmt die deutsche Sprache als definierendes Moment und schlägt ihr - großzügig - auch noch ein paar linguistische Vorläufer zu. So kann die Schau mit der Hermannsschlacht im Jahr 9 der Zeitrechnung beginnen, als die Legionen des Varus von dem Cheruskerfürsten Arminius geschlagen wurden; und so irrten sich Klopstock, Kleist und Grabbe rückblickend nicht, als sie diese Schlacht zum Stoff deutscher Dramatik machten.
"Deutsch ist: wo man lateinisch schrieb und Deutsch sprach", sagt Museumsdirektor Hans Ottomeyer, und mit dieser kleinen Differenzierung hat er die Problematik des Deutschtums auf seine Weise auf den Punkt gebracht. Überhaupt wäre jedem Besucher der Ausstellung zu wünschen, dass er von Ottomeyer geführt werde. Denn der Direktor versteht es - besser als der provisorische Katalog und die Schautafeln -, die innere Logik der Schau verständlich zu machen, die äußerlich chronologisch sortiert ist und im wesentlichen den großen Ereignissen der deutschen Geschichte folgt. 8000 Bilder und Objekte umfasst diese Schau, ausgewählt aus dem großartigen Fundus von rund 800 000 Reichtümern. Gezeigt werden sie auf einer Fläche von 8000 Quadratmetern, und Ottomeyers Erfahrung nach kostet "jede Ausstellung" pro Quadratmeter 750 Euro.
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