Von Tomasz Kurianowicz

Deutschland hat entschieden: Der Gewinner der fünften Staffel von "DSDS" heißt Thomas Godoj. Der große Pop-Fürst Dieter Bohlen hat es vorhergesagt.

Was wurde in den letzten Monaten nicht alles über "Deutschland sucht den Superstar" geurteilt und gelästert, geschrieben und gemäkelt: Kritiker mokierten sich über den bedenklichen Voyeurismus, die schamlose Manipulation und dreiste Vermarktung hoffnungsloser Talente, kurzum: über den vielfach prophezeiten Untergang des Abendlandes schlechthin.

So sehen Sieger aus: Thomas Godoj hat die fünfte "DSDS"-Staffel für sich entschieden - wirklich glücklich sieht er allerdings nicht aus. (© Foto: dpa)

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"Deutschland sucht den Superstar" polarisierte selten so stark wie in seiner fünften Staffel, in der zu Boden fallende Nervenbündel und schlecht gekleidete Großtanten zu den wahren Protagonisten der Sendung aufstiegen und tausendfach bestaunt, auf Plattformen wie YouTube und Co. schockiertes, fasziniertes oder peinlich berührtes Staunen erregten.

Passend zur letzten Sendung am Samstagabend blitzte es von der Jury-Bank grell und leuchtend auf. Dort saß er, der vortreffliche König des Medienrummels, eingepackt in einen silberglänzenden Anzug, wie eine metaphorische Überhöhung, die Fleisch gewordene Discokugel Dieter Bohlen. Der Vorspann ließ auf das spannendste Finale seit der Erfindung der Castingshow hoffen.

Ganz formal ging es um zwei junge Musiker, die im Finale um den Superstar-Titel, um Ruhm und Reichtum konkurrierten: Auf der einen Seite der für seinen watteweichen Schnulzengesang bekannte Fady Maalouf, auf der anderen Seite der auf rockige Nummern programmierte Thomas Godoj. Halbwegs gut informierte Beobachter der Show wussten sehr genau, auf welchen Kandidaten Bohlen sein Geld gesetzt hatte: Thomas Godoj bekam vom Strippenzieher höchstpersönlich attestiert, dass ihm sein Sieg so gut wie sicher sei. Für den Spannungsbogen der Sendung war die Mutmaßung des Chefs so produktiv wie ein offenes Gespräch mit einem Tatort-Produzenten, der über das Ende seiner nächsten Folge spekuliert.

Die Geheimwaffe Clown

Auch der musikalisch interessierte Zuschauer hatte nichts Überraschendes zu erwarten. Fady Maalouf präsentierte sich aalglatt, berechenbar und mit einer stringenten Tendenz, bei jedem gesanglichen Aufschrei einen Halbton zu tief einzusetzen. Der als Rock-Bonvivant daherkommende Thomas Godoj verhielt sich in seiner Performance sittenkonform und beschränkte die Gestik auf einige zögerliche Handbewegungen. Wen wundert's, dass RTL bei all jener konventionell abgehaltenen Pop-Liturgie einen außergewöhnlichen Schmankerl aus dem Hut zauberte: die erprobte Geheimwaffe Clown.

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