Die CDs der Woche - Popkolumne Zeichen der Euphorie

Ein richtiger Sommerhit muss nichts mit Sonne und Strand zu tun haben. Er kann auch abgründig, rebellisch oder eben doch euphorisch sein, was immer das über die Lebenssituation der Hörer aussagt. Ein Überblick über die besten Sommerhits des Jahres. Die Popkolumne - zum Lesen und Hören.

Von Joachim Hentschel

One Direction

"Best Song Ever" (Sony Music) sollte man sich schon deshalb anhören, weil das Lied für viele Teenager der alleinseligmachende Sommerhit sein wird. Auf der Plattform Vevo wurde der Song in den ersten 24 Stunden fast elf Millionen Mal angeklickt, in derselben Woche geriet die britische GQ in einen unglaublichen Internet-Shitstorm, nachdem sie eine schlüpfrige Coverzeile über einen der fünf Sänger gedruckt hatte.

Als Phänomen ist der Rummel um One Direction schnell wegerklärt - aber was ist das für Musik? Überraschenderweise beginnt "Best Song Ever" mit einem Gitarrenriff, das von The Who stammen könnte. Nachdem der Jugendpop einige Jahre ins Schwermütige, Kajalgeränderte tendierte, ist ein Song wie dieser ein Zeichen der Euphorie - was immer das über die Lebenssituation der Hörer aussagt. Dass der Junge in der Geschichte mit einer Zahnarzttochter knutscht, die ihn wegen seines schmutzigen Mundes rügt: Es könnte auf ein Sozialdrama hindeuten. Dreckiger Eskapismus. Wir müssen mehr hören.

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