Die CDs der Woche - Popkolumne Kampfgeist des Funk

Auf der musikalischen Suche: Das Album "People, Hell and Angels" von Jimi Hendrix.

(Foto: Sony)

Wenn Jimi Hendrix nicht gestorben wäre, würde er wohl wieder R'n'B machen. So zumindest hört sich die neueste posthume Platte von ihm an. Es gibt noch mehr aktuelle und zugleich universal gültige Musik, unter anderem von Chris Darrow und Country Funk. Zum Lesen und Hören in unserer Popkolumne.

Von Andrian Kreye

Jimi Hendrix

Jimi Hendrix' Diskografie besteht zum größten Teil aus posthumen Platten. Jetzt erschien gerade "People, Hell and Angels" (Sony). Es soll nach Angaben seiner Nachlassverwalter das letzte Album mit unveröffentlichten Studioaufnahmen sein. Weswegen ihm die Fachpresse für erwachsene Rockfans auch gleich Titelgeschichten und Schwerpunkte widmete.

Nun haben solche Alben vor allem für Fans Bedeutung. Fast alle dieser Stücke findet man in anderen Versionen auch auf anderen Alben. Interessant ist "People, Hell and Angels" aber vor allem deswegen, weil die Zusammenstellung zeigt, dass Hendrix in den zwei Jahren vor seinem Tod auf der musikalischen Suche war. Die meisten Stücke entstanden, nachdem sich die "Jimi Hendrix Experience" aufgelöst hatte. Vier Nummern sind mit der "Band of Gipsys", mit der er noch ein furioses Live-Album aufgenommen hatte, zwei mit der Formation, die ihn beim Woodstock Festival begleitete. Es gibt eine Aufnahme aus den verschollenen Sessions mit seinem Freund Stephen Stills. Im Kontext von zwei größeren Bands (mit dem Saxofonisten Lonnie Youngblood, sowie mit den Ghetto Fighters im Muscle Shoals Studio) nimmt er seine Virtuosität im Dienste des Grooves sogar etwas zurück.

Man kann das gut am Stück weghören und kommt dann zum melancholischen Schluss, dass Hendrix sich wohl auf seine Wurzeln im Rhythm and Blues besonnen hätte, wäre er nicht am 18. September 1970 gestorben.

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