Die CDs der Woche - Popkolumne Kendrick Lamar

Neben den wenigen offiziellen Qualitäts-Preisen des Pop gibt es natürlich unzählige inoffizielle. Das Prädikat "Jetzt schon ein Klassiker" ist vielleicht das begehrteste - wenn es denn wirklich einmal in seltener Einigkeit vergeben wird.

Gilt in seltener Einigkeit als eine der besten Hip-Hop-Platten seit langer, langer Zeit: "good kid, m.A.A.d city" von Kendrick Lamar.

(Foto: Interscope)

Entgegen mancher hartnäckiger Vorurteile ist das allerdings nicht allzu oft der Fall. Beim zweiten Studio-Album "good kid, m.A.A.d city" (Interscope) des aus Los Angeles stammenden Rappers Kendrick Lamar war es jetzt allerdings mal wieder so. Die Einigkeit ging diesmal sogar so weit, dass sich ein Kritiker des amerikanischen Musikmagazins Spin auf Pitchfork, der einflussreichsten Pop-Webseite der Welt, in einem langen Artikel dafür rechtfertigen musste, dass er das Album zwar gut, aber nicht unfassbar gut fand.

Hierzulande erklärte der Spiegel das Album zur "besten Hip-Hop-Platte seit langer, langer Zeit", ließ allerdings clevererweise offen, welchen Zeitraum man darunter in Hamburg genau versteht.

Die letzten aufsehenerregenden Arbeiten der Odd-Future-Gang oder von Jay-Z und Kanye West sind eigentlich noch recht frisch. Und an deren musikalischen Mut und Einfallsreichtum reicht "good kid", das von Dr. Dre produziert wurde, nun einmal nicht wirklich heran.

Als kluger Geschichtenerzähler, als aufgeklärtes Ghetto-Kid allerdings (also als sozialdemokratischer Glücksfall schlechthin) ist Lamar, wenigstens, soweit man das von hier aus beurteilen kann, wirklich sehr gut.