Die CDs der Woche - Popkolumne Sea Wolf

Zuletzt ein Album, das seinen Weg in diese Kolumne gefunden hat aus einem Grund, der eigentlich nicht ganz zulässig scheint: nur wegen des schönen Fotos vorn drauf (darf man doch mal zugeben, oder? Wer behauptet, er würde CDs nie nach der Optik beurteilen, macht sich was vor).

Die Musik der Band "Sea Wolf" kann mit dem großartigen Cover mithalten.

Zu sehen ist auf dem Cover von "Old World Romance" (Devilduck/Indigo), dem dritten Album der Band Sea Wolf, düster wogendes Meer, Wolken, irgendwo dahinter die Sonne. Große Stimmung, fast wie ein Gemälde von William Turner. Die Musik kann mit dem Cover mithalten, zum Glück. Sea Wolf ist das Projekt des Sängers Alex Brown Church aus Los Angeles, der mit wechselnden Musikern arbeitet. Sein Metier sind die zarten Folksongs, ab und zu mit Pop-Appeal.

Dieses Album hat Brown Church selbst produziert, beim letzten hat er sich von Mike Mogis helfen lassen, der war schon tätig für Bright Eyes, Monsters of Folk und M. Ward - das macht die Richtung ziemlich klar. Sanftmut, Zurückhaltung, die Kunst der Miniatur. Am spannendsten wird die Musik von Sea Wolf, wenn kalte Elektronik auf akustischen Wohlklang trifft, oft beginnen die Songs mit harten Drumcomputern, für einen Moment scheint alles in Richtung Elektropop zu kippen, aber dann legen warme Akustik-Gitarren darüber, dazu wehmütiger Gesang. Geht auf. Eine Mischung, die tatsächlich oft so klingt, wie das Album aussieht. Never judge a book by its cover? Ach was!

Fortlaufende Popkolumne der SZ. Auf der rechten Seite finden Sie mit der Maus den (sehr kleinen) Scrollbalken. Wenn Sie nach unten scrollen, finden Sie die Alben, die in den vergangenen Wochen in der Popkolumne besprochen wurden und gleichzeitig bei Spotify enthalten sind.