Die CDs der Woche - Popkolumne Die höchste Eisenbahn

Endlich ist das Platte geworden, was seit langer Zeit als liebenswertes Gerücht in den hinteren Reihen von "Ja, Panik"-Konzerten weitergeflüstert wurde. Mit Francesco Wilking, Moritz Krämer, Max Schröder und Felix Weigt hat sich tatsächlich eine Art Songwriter-Supergroup geformt und nach ein paar verheißungsvollen Häppchen jetzt was Großes gemacht.

Die höchste Eisenbahn liefert mit ihrem Album Musik für alle, die am ersten Tag des Winters schon frösteln.

Der Tod von Nils Koppruch vor einem Jahr hatte dem Genre einen Dämpfer verpasst, obwohl das bittere Ende, das Aufgeben ja durchaus tonangebendes Sujet all dieser empfindsam musizierenden, schlaksigen Herren war. Da macht "Schau in den Lauf, Hase" (Tapete Records) keine Ausnahme. Es ist ein bittersüßer Liederreigen geworden, den die schön nebensächliche Stimme von Francesco Wilking und das herzcrackende Wunderwesen Moritz Krämer angenehm stoffelig vortragen.

Ihr Sound ist Landstreicher-Pop, warm wie ein Kuchen, der vor zehn Minuten aus dem Backofen kam und der liebevoll von Felix Weigt mit Keyboard-Rosinen und anderem Zuckerkram garniert wird. Der waveige Saxofon-Einstieg von "Egal Wohin" ist nur wie ein Trommelwirbel, es folgen Light-Folk und viele dunkle Kammerpop-Arrangements, wie das herrliche "Raus aufs Land". Musik für alle, die am ersten Tag des Winters schon frösteln. Keine große Sache, aber viel kleines Glück.

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