Die CDs der Woche - Popkolumne The Civil Wars

Der düstere US-Süden, das in Songs und Filmen beschworene Land der Klapperschlangen, Sumpfpriester und gotisch Besessenen, ist vielleicht gar nicht so düster. Obwohl es einen schaudert, wenn man nur den Gruppennamen hört: The Civil Wars. Oder die zwei Protagonisten sieht, Joy Williams und John Paul White, die schwarze Witwe und den Satan mit Schnurrbart. Das Berg-und-Brachland-Folk-Duo, das vor einem Jahr die benachbarten Country-Weißbrotfabriken in Nashville im großen Stil das Fürchten lehrte - als es für sein selbstproduziertes und fast eine Million mal verkauftes Album "Barton Hollow" gleich zwei Grammy-Awards bekam, die eigentlich für huttragende Schmierlappen reserviert waren.

Im Vergleich zu Taylor Swift sind The Civil Wars verdammt harter Stoff. Doch inzwischen klingt das Duo bereits, als wäre es zu oft bei Jay Leno aufgetreten.

(Foto: Sony)

Die Nachfolgeplatte "The Civil Wars" (Sony) kommt nun zu einer Zeit, in der Williams und White erstens mitteilen ließen, sie seien mehr oder weniger heillos zerstritten. Und in der die stürmisch drückende Musik der zwei sich den Gepflogenheiten des Marktes und der Pickup-Truck-Radios weiter angenähert hat. Ab und zu schnarren die Saiten der Holzgitarren, Mandolinen und Dobros noch gefährlich nah an der Lautsprechermembran vorbei.

Oft zieht sich aber schon die Art von Western-Schmalz durch den Sound, bei der viele Roots-Musiker gelandet sind, nachdem sie zu oft bei Jay Leno aufgetreten waren. Selbst die Popblume Taylor Swift wird in den USA ja noch in den Countrycharts geführt - im Vergleich dazu sind die Civil Wars natürlich verdammt harter Stoff.

Wenn Sie diese Songs nicht hören können, melden Sie sich bitte bei Spotify an.