Von Thomas Steinfeld

Der diesjährige Deutsche Buchpreis geht an Julia Franck. Dabei ist ihr Buch "Die Mittagsfrau" im Vergleich zum wagemutigeren Roman "Böse Schafe" von Katja Lange-Müller ziemlich konventionell.

Der Deutsche Buchpreis 2007 geht an die Schriftstellerin Julia Franck für ihren Roman "Die Mittagsfrau". Dotiert ist dieser Preis, der vom Börsenverein für den Deutschen Buchhandel vergeben wird, mit 25.000 Euro.

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Die Schriftstellerin Julia Franck präsentiert am Abend vor der Buchmessen-Eröffnung in Frankfurt ihren Deutschen Buchpreis. (© Foto: Reuters)

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Vorgeschlagen werden die Bücher jeweils von ihren Verlagen, unter denen die Jury dann in mehreren Durchgängen ihre Auswahl trifft. Seit drei Jahren gibt es nun diese Auszeichnung, der dem "besten deutschsprachigen Roman" eines Jahres gewidmet sein soll, tatsächlich aber ein Preis für die erfolgsträchtigen unter den besseren Büchern eines Jahres ist - was ihn dann doch vom Booker Prize unterscheidet, der das Vorbild für diese in Deutschland neue Auszeichnung abgegeben haben soll.

Denn von vornherein stand beim Deutschen Buchpreis, den zuletzt Arno Geiger für "Es geht uns gut" und Katharina Hacker für "Die Habenichtse" erhielten, die kommerzielle Bedeutung im Vordergrund.

Julia Francks "Die Mittagsfrau", ein eher konventionell, umfänglich und in vielen Details erzählter Familienroman, der im Wesentlichen zwischen den beiden Weltkriegen spielt, ist eines der sechs Bücher, die der Jury zum Schluss zur Auswahl standen.

Tatsächlich dürfte die letzte Entscheidung zwischen diesem Buch und dem literarisch durchaus wagemutigeren Roman "Böse Schafe" von Katja Lange-Müller gefallen sein. Bei letzterem handelt es sich um die Schilderung einer verzweifelten Liebe zwischen einer Frau, die aus der DDR nach Westberlin hatte ziehen müssen, und einem Drogenabhängigen.

Zur Wahl stand daneben Martin Mosebachs Geschichte "Der Mond und das Mädchen", die früh ausgeschieden sein dürfte, weil der Autor Ende Oktober mit dem Büchner-Preis, der nach wie vor renommiertesten literarischen Auszeichnung in Deutschland, bedacht werden wird.

Dem Erfolg des österreichischen Schriftstellers Thomas Glavinic dürfte entgegengestanden haben, dass sein Roman "Das bin doch ich" eine Innenansicht aus dem deutschsprachigen Literaturbetrieb bietet, die einem größeren Publikum nicht leicht zu vermitteln sein dürfte. Thomas von Steinaeckers eher spröder Roman "Wallner beginnt zu fliegen" hatte von von vornherein als Außenseiter zu gelten.

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(SZ vom 9.10.2007)