Das Deutsche Rote Kreuz hat im Dritten Reich nicht nur Verwundete gepflegt. Ein neues Buch soll darüber aufklären, wie das DRK zum hörigen Handlanger des NS-Regimes wurde.
Was hat die Taifun-Katastrophe in Birma mit dem Dritten Reich zu tun, einmal davon abgesehen, dass die Regime beider Länder auf Menschenrechte nichts gaben respektive geben?
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Ein Buch, das am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde, zeigt unvermutet und ohne dass die Autorinnen dies im mindesten beabsichtigt hätten, eine Parallele auf: Die Rolle von Hilfsorganisationen ist in einer Diktatur prekär.
Ausländische Organisationen werden schnell der Spionage verdächtigt: Das Regime traut ihnen nicht und hält sie für Handlanger seiner außenpolitischen Gegner.
Frei nach dem Spruch, man solle die Danaer fürchten, auch wenn sie Geschenke bringen, betrachten diktatorische Regime fremden Beistand oftmals als bedrohliche Infiltration.
In der Tat war es keine diplomatische Glanzleistung von Seiten der Vereinigten Staaten, dass sie ihre ersten Hilfsgüter für Birma ausgerechnet auf Kriegsschiffen herbeitransportieren wollten.
In den angekündigten amerikanischen Kriegsschiffen dürfte die Militärjunta in Pyinmana nichts anderes als moderne trojanische Pferde gesehen haben. Das paranoide birmesische Regime betrachtet auch staatlich ungebundene Hilfsorganisationen mit scheelem Blick, darunter das Rote Kreuz.
Hand in Hand mit dem NS-Regime
Mit ähnlichem Argwohn sahen viele Repräsentanten des NS-Systems auf das Deutsche Rote Kreuz. Das war ihnen ein Dorn im Auge, weil es versuchte, innerhalb des gleichgeschalteten Staates seine organisatorische Eigenständigkeit zu bewahren.
Nicht zuletzt davon handelt das Buch, das die Historikerinnen Birgitt Morgenbrod und Stephanie Merkenich in Berlin vorgestellt haben: "Das Deutsche Rote Kreuz unter der NS-Diktatur. 1933 - 1945" (Ferdinand Schöningh, Paderborn, 483 Seiten, 39, 90 Euro).
Wie viele deutsche Firmen hat auch das DRK Mitte der neunziger Jahre erkannt, dass es sich den braunen Aspekten seiner Geschichte stellen musste. Zuvor hatte das DRK sich in seinen Publikationen, sofern darin auf die NS-Zeit überhaupt die Rede kam, vornehmlich als eine Art Widerstandsorganisation präsentiert.
Mitte der neunziger Jahre, als die Welle der Firmengeschichten, die sich im Auftrag der jeweiligen Firmen mit dem Gebahren ihres Unternehmens in der NS-Zeit befassen, gerade erst anhob, war es von dem 1994 bestallten DRK-Präsidenten Knut Ipsen ein mutiger Schritt, anlässlich einer Tagung "einen unverstellten Blick zurück" zu werfen.
Ipsen, der damals an der Ruhruniversität Bochum Völkerrecht lehrte, gewann den Bochumer Historiker Hans Mommsen, sich der Organisation des Projekts mitanzunehmen.
Dass es zwölf Jahre dauerte, bis die Publikation zustande kam, liegt Mommsen zufolge daran, dass nach einigen Jahren ein Autorenwechsel nötig geworden sei. Nicht Birgitt Morgenbrod und Stephanie Merkenich ist es zuzuschreiben, dass ihr Buch erst jetzt erscheint. Hans Mommsen hat ihrer Arbeit ein vorzügliches Vorwort vorangestellt.
Dass ein Konzern im Nationalsozialismus ideologisch und organisatorisch auf die gängige Linie einschwenkte, um seine Profite zu mehren, ist eines. Dass auch eine humanitäre Vereinigung wie das Deutsche Rote Kreuz es tat, ist ein anderes.
Überfälliger Schritt
So integer und lobenswert es von Knut Ipsen war, die NS-Vergangenheit des DRK nicht mehr unter den Tisch kehren zu wollen, so notwendig war es auch: 1992 veröffentlichte der Paderborner Historiker Dieter Riesenberger "Das Deutsche Rote Kreuz - Eine Geschichte. 1864 - 1990".
1993 publizierte der praktizierende Mediziner Horst Seithe eine Studie über "Das Deutsche Rote Kreuz im Dritten Reich. 1933 - 1939" (2001 ist sie im Mabuse-Verlag neu aufgelegt worden).
Beide Bücher zeigen, wie das DRK zum Handlanger des Regimes wurde und seinen Auftrag, sich ohne Ansehen der Person für die Opfer von Krieg und Gewalt einzusetzen, hinterging.
Der DRK-Präsident Knut Ipsen - nicht umsonst ist er Experte für die humanitären Aspekte des Völkerrechts - fühlte sich 1996 moralisch verpflichtet, zur NS-Vergangenheit des DRK Stellung zu nehmen. Im Übrigen fand er sich vom Zeitgeist dazu angeregt.
Lesen Sie auf Seite 2, wie das DRK seinen Auftrag verriet.
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Es steht eindeitug der aufopferungsvolle und segensreiche Dienst der DRK Einsatzkräfte im Vordergrund.
Sie haben für Deutschland ihre Pflicht erfüllt. Das dieser Staat eine nationalsozialistischer war ist segundär.
Und so werden noch in 50 Jahren irgendwelche Neugeister Bücher schreiben und alles und jeden mit den dann herrrschenden Zeitgeist beurteilen.
Amen!
Und selbst die "zivilen" Frachter der nationalen Handelsmarine sind dem Militär, also der US Navy, unterstellt. Somit ist jede staatliche Hilfslieferung automatisch auch mit Kriegsschiffen unterwegs.
in einer Gegend voll Piraten und korrupter Soldateska muß man Hilfstransporte schützen. Kriegsschiffe haben eine hohe Geschwindigkeit - sind also schneller da. Dazu sind diese Schiffe permanent im Sinne einer Feuerwehr verfügbar. Zivile Frachter muß man erst organisieren und bereitstellen.