Das ist schön Gut ankommen

Der Clip einer Studentin unterstützt die Flüchtlingshilfe

Ein letztes Motorenknattern, dann Stille. Wellen glucksen leise gegen das Boot, auf dem ein Vater seine kleine Tochter im Arm hält. Sein Blick ist ahnungsvoll. Eine Mädchenstimme spricht aus dem Off: "Jetzt bereiten wir uns auf die Landung vor. Glaube ich."

Der kurze Film "Moonjourney" der HFF-Studentin Chiara Grabmayr erzählt von einem syrischen Mädchen, das mit seinem Vater flüchtet. Der Vater verkauft ihr die Flucht als Reise zum Mond, als Abenteuer. Eine Weltraumfahrt traumatisiert seine Tochter nicht so wie eine Flucht. Denkt er. So basteln Vater und Tochter Raumfahrtanzüge, der voll besetzte Transporter wird zur Rakete, das karge Land zur Mondlandschaft. Eine Kinderstimme spricht auf arabisch: "Jetzt nur noch übers Wasser. Dann kommen wir am Mond an." Der Zuschauer weiß: Vielleicht schaffen sie es nicht.

Obwohl es täglich eine Flut von Kommentaren und Essays zur Flüchtlingskrise gibt und jeder seine Meinungen auf sämtlichen Kanälen wortreich kundtut, ist es doch schwer, Worte zu finden für das, was da gerade in Europa geschieht. Künstler beschäftigen sich mehr und mehr mit dem Thema, auch wenn sie nicht so schnell auf aktuelle Ereignisse reagieren können. Doch sie tun, was sie am besten können: Sie setzen ihre Talente ein, um einen Beitrag zu leisten. Chiara Grabmayr und ihre Crew haben den Clip unentgeltlich für den Verein "Perspektiven für jugendliche Flüchtlinge" gedreht. "Every journey tells a story - let us be the happy end." Jede Reise erzählt eine Geschichte - lasst uns ihr glückliches Ende sein. Auch wenn der Satz vielleicht etwas kitschig klingt, bezieht die Künstlerin damit klar Position. Und das ist schön.