Das Highschool-Prügelspiel "Bully" darf doch verkauft werden - und löst eine weitere Debatte aus.
Die Mitarbeiter in der Marketingabteilung des Spieleherstellers Take 2 Interactive sind vorsichtig. In welche Richtung der Artikel gehen würde, fragen sie. Man könne es sich schon denken. Es geht um das Computerspiel ,,Bully'', das seit gestern in den USA erhältlich ist.
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Kommt mal vor an der Schule: Prügeln mit anderen. (© Foto: Rockstar)
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Der Veröffentlichung ging eine öffentliche Diskussion voran, die über ein Jahr dauerte. Anti-Gaming-Aktivisten versuchten, das Spiel zu stoppen. Manager anderer Hersteller befürchteten, dass sich die gesamte Branche wegen des Spiels mit einer neuen Debatte über Gewalt in Computerspielen auseinandersetzen müsse. Dazu gab es einen Verbotsantrag von einem Anwalt aus Florida. Das Spiel sei gewalttätig und ein öffentliches Ärgernis. Der Haken bei der Klage: Nach US-Recht dürfen noch nicht veröffentlichte Materialien nicht gerichtlich verboten werden.
Der Richter wies den Antrag nicht sofort ab, wie es verfassungsrechtlich korrekt gewesen wäre, sondern ließ sich heikle Stellen vorführen. Am Montag dann die Erleichterung für den Hersteller Rockstar: ,,Bully'' wird nicht verboten. Das Spiel enthalte zwar Gewaltszenen, diese seien aber auch nicht schlimmer als das, was zur besten Sendezeit im Fernsehen zu sehen sei, sagte der Richter.
Warum also die ganze Diskussion? Im Spiel geht es um den 15-jährigen Jimmy, der von seiner Mutter in ein Internat geschickt wird. Er muss mit dem Direktor auskommen, sich bei den Mitschülern Respekt verschaffen, sich in ein hübsches Mädchen verlieben - Teenageralltag eben. Wäre das alles, hätte es keine Diskussionen gegeben. Das Spiel wäre kaum beachtet worden.
Der Hersteller jedoch ist bekannt dafür, kontroverse Themen aufzugreifen und noch kontroversere Spiele zu entwickeln. In ,,Grand Theft Auto'' etwa strebt der vorbestrafte Protagonist eine Verbrecherkarriere an, inklusive extremer Gewalt. Dazu gab es Vorwürfe wegen pornografischer Inhalte. Das Spiel und seine Nachfolger verkauften sich millionenfach.
Ähnlich verhält es sich bei ,,Bully'': Der Held ist kein süßer Fratz, der kleine Lausbubenstreiche spielt und seine Lehrer ärgert. Nein, in seinem Internat gilt das Motto ,,Der Stärkere überlebt'' - ,,Canis canem edit'', wie auf dem Schulwappen zu lesen ist. Treffenderweise ist das auch der deutsche Titel des Spiels. Der Protagonist prügelt sich mit den Schultyrannen, er greift Lehrer an und er zerstört Schulmobiliar.
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