Von Philipp Mattheis

Strategic Command 2 spielt graphisch in der untersten Liga. Trotzdem werden Fans von rundenbasierten Strategiespielen damit Nächte verzocken.

Rundenbasierte Strategiespiele überbieten sich in letzter Zeit mit graphischen Effekten. Bei Civilization IV sieht man die Bautrupps den Boden zerhacken, Schwertkämpfer gähnen, wenn sie nichts zu tun haben und durch den Dschungel fliegen bunte Vögel.

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Das ist zwar alles schön anzuschauen, der Spielspaß wird durch solche graphische Spielereien nicht unbedingt größer. Gute Strategiespiele sind auf Effekte nicht angewiesen - was das Brettspiel Schach schließlich seit Jahrhunderten beweist.

Dass ein Spiel auch ohne graphischen Firlefanz in der ersten Liga spielen kann, beweist das neueste Produkt aus dem Hause "Most Wanted Games". Und Strategic Command 2 strapaziert das ästhetische Empfinden des Spielers aufs Äußerste.

Mit 16 Einheitentypen lässt sich auf einer grob gerasterten Europakarte der 2. Weltkrieg nachspielen. Soundeffekte gibt es außer "Kawumm"-Geräuschen gar keine. Die Einheiten sind nicht animiert und sehen lieblos aus. Wer Diplomatie betreiben will, verteilt Punkte an Flaggen.

Auf den ersten Blick kann man sich nur schwer vorstellen, mit diesem Spiel mehr als eine Stunde zu verbringen. Aber schon nach kurzer Zeit merkt man, dass Strategic Command 2 das Zeug zum Nächte-Durchzocken-Potenzial hat.

So spartanisch und minimalistisch die äußere Erscheinungsform auch ist, Strategic Command 2 ist eine der realistischsten Simulationen des 2. Weltkriegs überhaupt. In insgesamt 11 Kampagnen (sechs Feldzügen und fünf Schlachten) kann der Spieler entweder auf Seite der Achsenmächte, der Alliierten oder einer kleineren Nation den Ausgang des 2. Weltkriegs verändern.

Die Kampagnen orientieren sich an den historischen Operationen wie "Operation Barbarossa", "D-Day" oder "Fall Gelb".

So macht Krieg richtig Spaß

Neben Aufrüsten der vorhandenen und der Produktion neuer Truppenteile sollte auch in Diplomatie (so kann die Achse zum Beispiel die Türkei zum Kriegseintritt bewegen) und Forschung investiert werden.

Dies geschieht über sogenannte "MP"s (Militärische Produktionspunkte). Je mehr Rohstoffe, Städte und Produktionsanlagen sich in der Kontrolle des Spielers befinden, desto mehr MPs erhält er pro Runde.

Aus Achsensicht macht deshalb eine frühe Besetzung der norwegischen Erzminen genauso Sinn wie ein schneller Vorstoß zu den Erdölfeldern des Kaukasus. Bei diesen Truppenbewegungen sollte man allerdings peinlichst darauf achten, dass Truppenteile nicht von der Front getrennt werden.

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