Rutu Modan, Blutspuren

Der mürrische Außenseiter heißt hier Kobi und arbeitet als Taxifahrer in Tel Aviv. Nach dem frühen Tod der Mutter ist er bei seinem Onkel und seiner Tante aufgewachsen; mit dem Vater, Gabriel, hat er sich heillos zerstritten und schon seit Jahren keinen Kontakt mehr. Das Mädchen, auf das er trifft, wird nicht zu Unrecht "Giraffe" genannt: Die Soldatin Numi ist groß gewachsen und burschikos.

Aus heiterem Himmel berichtet sie Kobi von einem palästinensischen Selbstmordanschlag auf eine Bushaltestelle in Hadera. Eine Leiche konnte nicht identifiziert werden, die sie nun für die Gabriels hält. Der hat sich bei ihr, seiner Geliebten, seit dem Attentat nicht mehr gemeldet; außerdem hat sie auf den TV-Bildern seinen Schal wiedererkannt.

Bild: Rutu Modan: Blutspuren. Edition Moderne, Zürich 2008.

3. September 2008, 13:08 2008-09-03 13:08:00