Claus Kleber und das ZDF Mit dem Zweiten lacht man besser

Claus Klebers Treue zum ZDF scheint ihm der Sender mit einer Gehaltserhöhung zu versüßen - sie könnte so hoch ausfallen, dass er nicht mehr fest angestellt sein darf.

Für Claus Kleber scheint es sich gelohnt zu haben, dass er das eigentlich unausschlagbare Angebot, Chefredakteur des Spiegel zu werden, selbstbewusst ausgeschlagen hat. Ob er wohl ahnte, dass ihm das ZDF seine Treue als Chefmoderator und Leiter des "heute-journal" derart danken würde - oder ist durch dieses Angebot schlicht der Marktpreis des "Spitzenmannes des deutschen TV-Journalismus" (so ZDF-Intendant Markus Schächter) stark gestiegen?

Laut Medienberichten zumindest soll Claus Kleber künftig einen neuen Vertrag erhalten: Eine deutlich erhöhte Jahresgage stünde ihm demnach zu. Von 600.000 Euro schrieb Focus Online, doch es soll sich eher um eine Summe zwischen 400.000 und 450.000 Euro handeln.

Wie Focus Online weiter berichtet, könne Kleber nach dieser Gehaltserhöhung, die ihm ein fürstlicheres Gehalt zubillige als dem ZDF-Intendanten höchstselbst, nicht mehr festangestellt bleiben. Die Traumgage würde angeblich das Gehaltsgefüge des öffentlich-rechtlichen Senders sprengen.

Jetzt wird Wirklichkeit, worüber Medien schon lange spekuliert haben: Kleber wird wohl fortan als freier Mitarbeiter beschäftigt. Die "heute journal"-Redaktion kann er mit diesem Status allerdings nicht mehr leiten.

Freie Mitarbeiter dürften beim ZDF nicht in den organisatorischen Arbeitsablauf eingebunden werden. Es müsste ein Nachfolger gefunden werden. Als Kandidaten für den möglichen Wechsel sollen laut Bericht Thomas Fuhrmann, Leiter des "Sportstudio" und ein Autor des "heute-journal", Matthias Andrich, im Gespräch sein. Es soll aber noch etliche andere geben.

Das ZDF hat sich nun gegenüber sueddeutsche.de zur Causa Kleber geäußert - und dementiert die Summe.

Ein Gehalt von 600.000 Euro sei "absurd", so ZDF-Sprecher Walter Kehr.

Über die tatsächliche Summe wollte sich das ZDF nicht äußern. Das Gehalt für Festangestellte bemesse sich nach den Tarifverträgen, die jeder einsehen könne. Zusätzlich gebe es außertarifliche und übertarifliche Verträge.

In der Tat bekomme Kleber aber einen neuen Vertrag, die Verhandlungen würden schon seit längerem laufen. Es sei auch richtig, dass er dadurch freier Mitarbeiter werden könne, weil die Statuten des ZDF dies so vorsehen würden. Dann müsse ein Nachfolger für die bisherige Stelle gesucht werden.

Dass Claus Kleber im Anschluss mehr verdienen könne als der ZDF-Intendant, sei durchaus möglich, erklärt Kehr: "Im Printbereich verdient ja auch manche Edelfeder mehr als der Chefredakteur." Hat er da an den Spiegel gedacht?