Der französische Philosoph Claude Lévi-Strauss ist im Alter von 100 Jahren gestorben. Der weltberühmte Völkerkundler und Anthropologe gilt als Begründer des Strukturalismus.
Der weltberühmte französische Völkerkundler und Anthropologe Claude Lévi-Strauss starb bereits in der Nacht von Samstag auf Sonntag, wie die Académie Française am Dienstag bestätigte. Er wäre am 28. November 101 Jahre alt geworden. Lévi-Strauss gilt als Gründer der philosophischen Schule des Strukturalismus. In seinen Arbeiten übertrug er die strukturale Sprachwissenschaft Roman Jakobsons auf sein Fachgebiet und begründete die strukturale Anthropologie.
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Claude Lévi-Strauss in Paris, die Aufnahme entstand 2005. (© Foto: AFP)
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Die These, dass der Mensch ihm unbewussten strukturalen Systemen unterworfen sei, zieht sich wie ein roter Faden durch sein Werk. Mit seinen Büchern, die streckenweise romanhaft anmuten, beeinflusste er neben der Anthropologie, der Mythen- und Religionsforschung auch die neue Philosophie und Geschichtswissenschaft.
Sein 1955 veröffentlichter Bestseller "Traurige Tropen" (Tristes Tropiques) erschien in der Zeit der Entkolonialisierung und spielte bei der Aufwertung sogenannter "primitiver" Völker eine wichtige Rolle. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften und Literatur hatte Lévi-Strauss einen Lehrstuhl für Soziologie im brasilianischen São Paulo erhalten. Dort begeisterte er sich bei Begegnungen mit Indianern für die Feldforschung. 1942 folgte er einem Ruf der New York School of Social Research in New York. Zuletzt arbeitete er als Philosophieprofessor.
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(sueddeutsche.de/dpa)
Brasiliens Präsidentin Roussef