Chinesischer Künstler Ai Weiwei wird mit Lego überschüttet

Australier spenden Lego-Steine für den Künstler Ai Weiwei. Szene aus Melbourne

(Foto: dpa)
  • Der chinesische Künstler Ai Weiwei bekommt von Fans weltweit Lego-Steine geschenkt.
  • Hintergrund ist ein Streit mit dem Lego-Konzern. Der hatte Ai Weiwei keine Bausteine verkaufen wollen.

Bausteine für Ai Weiwei

Der chinesische Künstler und Regimekritiker Ai Weiwei wird von Fans weltweit mit Lego-Steinen überschüttet. Nach seinem Streit mit dem dänischen Bausteine-Hersteller lässt der 58-Jährige in großen Städten rund um den Globus Autos aufstellen, in die Unterstützer wie in eine Spardose durchs Dach Bausteine einwerfen können.

Solche Sammelstellen gab es bis Donnerstagmittag in Melbourne, Berlin, London, Kopenhagen, Malaga und New York. Weitere sind geplant, wie die Berliner Firma von Ai auf Anfrage mitteilte.

Der Lego-Streit

Der Lego-Konzern hatte eine Großlieferung an ihn für ein Kunstwerk in Australien mit Hinweis auf den politischen Charakter des Projekts abgelehnt. Ai sprach in den sozialen Medien von Zensur und Diskriminierung, Freunde riefen zum Spenden auf. Angesichts der "überwältigenden öffentlichen Reaktion" habe er sich entschlossen, ein neues Kunstwerk zur Verteidigung von Meinungsfreiheit und "politischer Kunst" zu starten, erklärt der Künstler auf seinem Instagram-Account.

In Melbourne starteten Fans mit Eimern und Kartons voller Legosteine die Unterstützeraktion vor der Nationalgalerie des Bundesstaates Victoria. Für die Ausstellung "Andy Warhol/Ai Weiwei" will der Künstler dort die Porträts prominenter Bürgerrechtler aus Lego nachbauen. Die Ausstellung soll vom 11. Dezember bis 24. April laufen. Das Museum in Melbourne dokumentierte die Aktion mit einem Bild auf dem Fotodienst Instagram und bekam online viel Beifall. In Berlin steht ein Sammelauto vor dem Martin-Gropius-Bau.

Der Künstler Ai Weiwei

Der Künstler lebt nach einem mehrjährigen Ausreiseverbot durch die chinesischen Behörden seit August in Berlin. Bei der Vorstellung einer dreijährigen Gastprofessur an der Universität der Künste hatte er am Montag die Rolle des Internets im Lego-Streit mit einer Kirche verglichen. "Sie gehen in die Kirche und klagen dem Priester ihr Leid, und alle in der Gemeinde können so Anteil nehmen und vielleicht eine Lösung finden."

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